Mosbach Tierschutzverstöße in Schlachthof: Ermittlung vor Abschluss

Hallen auf dem Schlachthof der Firma OSI. Foto: Sina Schuldt/Archiv
Hallen auf dem Schlachthof der Firma OSI. Foto: Sina Schuldt/Archiv © Foto: Sina Schuldt
Mosbach / DPA 11.07.2018

Im Fall des wegen Tierschutzverstößen geschlossenen Schlachthofs in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) stehen die Ermittlungen vor dem Abschluss. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mosbach mitteilte, liegt nun unter anderem ein Gutachten eines Sachverständigen vor, das von der Anklagebehörde geprüft werde. Zu den Inhalten des Gutachtens wollte sich die Staatsanwaltschaft aber nicht äußern.

Der Tatverdacht gegen 25 Personen des Schlachthofes, darunter drei Tierärzte des zuständigen Landratsamtes sowie Schlachter und andere Mitarbeiter, die mit den Tieren in direktem Kontakt waren, bestehe aber weiter, hieß es. Bis alle Ermittlungsakten bei der Anklagebehörde eingegangen und rechtlich geprüft worden sind, könnte es noch einige Zeit dauern. Wann es zu einer Anklageerhebung kommt, ist daher laut Staatsanwaltschaft noch nicht klar.

Der Schlachthof bleibt unterdessen weiterhin geschlossen, wie ein Sprecher des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis mitteilte. Nach wie vor müsse der Betreiber noch Auflagen erfüllen, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können, hieß es.

Die Behörden hatten den Betrieb wegen tierschutzrechtlicher Verstöße Mitte Februar geschlossen. Der Verein „Soko Tierschutz“ (Augsburg) hatte in dem Unternehmen mit versteckter Kamera gefilmt - die Videos sollen belegen, dass etwa Tiere vor der Schlachtung nicht ausreichend betäubt sowie nicht zugelassene Geräte eingesetzt wurden. Unter anderem sollen die Beschäftigten unnötig Elektroschocks eingesetzt und den Tieren damit unnötig Leid zugefügt haben. Den Tierärzten wiederum wird vorgeworfen, nicht eingegriffen zu haben.

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