Thailands König Maha Vajiralongkorn, auch Rama X. genannt, hat seiner im Herbst 2019 verstoßenen offiziellen Geliebten Sineenat „Koi“ Wongvajirapakdi alle königlichen und militärischen Titel zurückgegeben. Die Versöhnung wurde am Mittwoch in der „Royal Gazette“ mitgeteilt, der offiziellen Veröffentlichungsstelle für amtliche Bekanntmachungen.

Koi hat „gegen den Willen“ des Thailändischen Königs verstoßen

Die 35-Jährige war im Oktober degradiert worden, weil sie gegen den Willen des Königs verstoßen habe und illoyal gegenüber der Monarchie gewesen sei. Koi war im vergangenen Jahr einige Monate lang praktisch die Zweitfrau neben Königin Suthida (42) und trug sogar zeitweise den Titel Königlich-Adelige Gemahlin.

Hält sich die Entourage des Königs derzeit in Deutschland auf?

Nachdem ihr die Titel entzogen worden sind, war die frühere Konkubine ins Gefängnis gesteckt worden. Seither wurde sie nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.
Bereits am Wochenende hatte es unbestätigte Berichte gegeben, wonach Koi aus der Haft entlassen und nach Deutschland gebracht worden sei, wo Vajiralongkorn die meiste Zeit lebt. Er besitzt eine Villa am Starnberger See, soll aber während der Corona-Pandemie samt Entourage ins Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen gezogen sein.
Die frühere Generalmajorin Koi war im Juli 2019 zur „Chao Khun Phra“ erhoben worden, einer Art Konkubine – auch in Thailand ein äußerst ungewöhnlicher Schritt. Das Königshaus veröffentlichte damals dazu mehr als 60 Fotos. Ebenso überraschend folgte im Oktober der Entzug der Titel.
Sineenat "Koi" Wongvajirapakdi war früher Generalmajorin.
Sineenat „Koi“ Wongvajirapakdi war früher Generalmajorin.
© Foto: AFP Thailands Royal Office

König Rama X. ist in vierter Ehe verheiratet

König Maha Vajiralongkorn ist in vierter Ehe verheiratet. Aus früheren Beziehungen hat er offiziell sieben Kinder. Königin Suthida nahm er erst wenige Tage vor seiner Krönung im Mai dieses Jahres zur Ehefrau.

Thailand: Proteste gegen König Rama X.

In Thailand werden unterdessen seit Wochen Proteste gegen die Regierung lauter. Dabei geht es auch um die Rolle der Monarchie - das Thema war lange Zeit ein Tabu in dem südostasiatischen Land. Die Demonstranten fordern:
  • den Entwurf einer neuen Verfassung
  • Neuwahlen
  • und auch ein Ende der Einschüchterung von Bürgern und politischen Gegnern.
Unter anderem geht es um ein umstrittenes Gesetz zum Schutz der Monarchie, das drakonische Strafen von bis zu 15 Jahren Gefängnis für Kritik am Königshaus von Vajiralongkorn vorsieht.
In Thailand ist seit einem Putsch des Militärs 2014 der General Prayut Chan-o-cha an der Macht, ein Verfechter konservativer thailändischer Werte. Seit der Parlamentswahl 2019, die von Manipulationsvorwürfen überschattet wurde, ist er Ministerpräsident. „Wenn es ein Gerichtsverfahren gibt, dann werden wir Thai Gesetze anwenden, um unseren Fall zu verteidigen“, sagte der Regierungschef zur Ankündigung von Facebook.