Die Bundesanwaltschaft wirft der 30-Jährigen unter anderem Versklavung mit Todesfolge, Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Kriegsverbrechen vor. Mitte September hatten die Anklagevertreter deshalb in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidiger von Jennifer W. hatten sich für eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren ausgesprochen.
Der Fall hatte bei Prozessbeginn im April 2019 für Aufsehen gesorgt. Die aus Lohne in Niedersachsen stammende Jennifer W. war nach eigener Aussage im Jahr 2014 in den Irak gereist, um dort aus ideologischer Überzeugung einen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu heiraten. Der Anklage zufolge soll sie dort im Sommer 2015 den Tod eines fünfjährigen Mädchens verantwortet haben, das als Sklavin festgehalten wurde.