Hitzewelle Wetterrekorde in Ulm, Deutschland und der Welt

Die Hitzewelle in Deutschland lässt Menschen stöhnen und Pflanzen verdorren. Dabei sind wir noch gut dran: In Chile fiel Anfang des 20. Jahrhunderts über 14 Jahre kein Tropfen Regen.
Die Hitzewelle in Deutschland lässt Menschen stöhnen und Pflanzen verdorren. Dabei sind wir noch gut dran: In Chile fiel Anfang des 20. Jahrhunderts über 14 Jahre kein Tropfen Regen. © Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Ulm / Tobias Herrmann / swp / dpa 03.08.2018
Riesige Hagelkörner, sengende Hitze, klirrende Kälte, jahrelange Dürre: Wir haben die extremsten Wetterverhältnisse zusammengetragen.

Eiskalt, brandheiß, staubtrocken: Herzlich willkommen zu einer Weltreise der besonderen Art – zu den extremsten Wetterereignissen seit Beginn der Aufzeichnungen. Lehnen Sie sich zurück, staunen Sie und freuen Sie sich an den gegenwärtigen Temperaturen in der Region. Denn verglichen mit unseren Rekorden sind diese fast harmlos...

Eisig

Nordwestlich der Wostok-Station, mitten in der Antarktis, wurde am 23. Juli 2004 mit minus 98,6 Grad Celsius die niedrigste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Ein weltweiter Kälterekord! Die Wostok-Station gilt damit offiziell als Kältepol der Erde.

Die Transantarktischen Gebirge – hier wurde mit minus 98,6 Grad ein neuer weltweiter Kälterekord gemessen.
Die Transantarktischen Gebirge – hier wurde mit minus 98,6 Grad ein neuer weltweiter Kälterekord gemessen. © Foto: Robert Bauer/dpa

Auch zuvor war die Region Spitze in Sachen eisige Temperaturen: Jahrelang halten dort die 1983 gemessenen minus 89,2 Grad als Rekordwert.

Oimjakon und Werchojansk: Nichts für Warmduscher

Dass dieser Ort unbewohnt ist, dürfte angesichts der menschenunfreundlichen Temperaturen keine Überraschung sein. Allerdings liegen die minus 89,2 Grad Celsius gar nicht so weit von den minus 67,8 Grad Celsius die am 6. Februar 1933 und am 5. sowie 7. Februar 1982 in Oimjakon und Werchojansk gemessen wurden, beides Orte im tiefsten Sibirien, die tatsächlich bewohnt sind.

In Oimjakon leben knapp 450 Menschen, während Werchojansk sogar gut 1300 Einwohner zählt. Oimjakon und Werchojansk sind gleichzeitig die Orte mit der größten Temperaturdifferenz innerhalb eines Jahres. So wurden im Sommer einmal 34,6 Grad gemessen, im Winter des gleichen Jahres knapp minus 60, was einer Differenz von fast 100 Grad Celsius entspricht. Einige Bewohner freuen sich übrigens besonders über die Kälteextreme: Ab Minus 52 Grad gibt es für die Kinder nämlich „kältefrei“.

Heiß

Die weltweit höchste je gemessene Temperatur wurde am 10. Juli 1913 im sogenannten Death Valley, einer Wüstenregion im US-Bundesstaat Nevada aufgezeichnet. Damals kletterte das Thermometer auf sagenhafte 56,7 Grad Celsius.

Nass

Im indischen Cherrapunji, einem der regenreichsten Orte der Erde, fielen zwischen dem 1. August 1860 und dem 31. Juli 1861 – also binnen eines Jahres – sage und schreibe 26.467 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im vergangenen Jahr im Mittel 850 Liter.

Monsun in Indien. Die Saison in Indien dauert von Juni bis September. Auch außerhalb der Regenzeit erreichte Cherrapunji anno 1980/81 erstaunliche Niederschlagsmengen – über 26.000 Liter pro Quadratmeter in nur 12 Monaten.
Monsun in Indien. Die Saison in Indien dauert von Juni bis September. Auch außerhalb der Regenzeit erreichte Cherrapunji anno 1980/81 erstaunliche Niederschlagsmengen – über 26.000 Liter pro Quadratmeter in nur 12 Monaten. © Foto: Ashwini Bhatia/dpa

Ebenfalls kräftig geregnet hat es zwischen dem 24. und dem 27. Februar 2007 auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Binnen 72 Stunden fielen hier 3.929 Liter pro Quadratmeter Regen.

Trocken

In Chile fiel Anfang des 20. Jahrhunderts über 14 Jahre lang kein Tropfen Regen.
In Chile fiel Anfang des 20. Jahrhunderts über 14 Jahre lang kein Tropfen Regen. © Foto: Peter Gercke/dpa

Von so viel Regen konnten die Menschen in Arica (Chile) zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur träumen. Über 14 Jahre herrschte hier zwischen 1903 und 1918 Trockenheit – die offiziell längste Dürreperiode, die je erfasst wurde.

Weitere Wetterrekorde der Welt

  • Am 23. Juli 2010 wurde in Vivian im US-Bundesstaat South Dakota ein Hagelkorn mit einem Durchmesser von 20,31 Zentimetern erfasst.
  • Am 10. April 1996 wehten auf Barrow Island vor der Westküste Australiens Windböen mit einer Geschwindigkeit von 408 km/h.
  • Ein Tornado in den USA brachte es am 3. Mai 1999 in Bridge Creek (Oklahoma) sogar auf 486 km/h.
  • In einigen Teilen Zentralafrikas schlagen jährlich mehr als 70 Blitze pro Quadratkilometer ein.

Einige Teile Zentralafrikas werden pro Jahr von mehr als 70 Blitzen pro Quadratkilometer getroffen.
Einige Teile Zentralafrikas werden pro Jahr von mehr als 70 Blitzen pro Quadratkilometer getroffen. © Foto: Lukas Schulze/dpa

Wetterrekorde in Deutschland

Als wärmster Ort Deutschlands gilt das unterfränkische Kitzingen. Dort wurden am 5. Juli und 7. August 2015 jeweils 40,3 Grad Celsius gemessen.

Auch die niedrigste Temperatur Deutschlands kommt aus Bayern. Sie wurde am 12. Februar 1929 in Wolnzach/Hüll in der Oberpfalz verzeichnet. Damals hatte es eisige minus 37,8 Grad.

Über die reinen Temperaturen erfasste der Deutsche Wetterdienst in der Bundesrepublik bisher folgende Wetterphänomene:

Auf Sylt erreichte die Windgeschwindigkeit am 3. Dezember 1999 stolze 184 km/h – Rekord im deutschen Tiefland!

Auf der Zugspitze tobten am 12. Juni 1985 Böen von 335 km/h.

Auch den Rekord für das deutsche Schneehöhen-Maximum sicherte sich die Zugspitze: Am 26. April 1980 mit 780 Zentimetern Schnee auf 2650 Meter über NN.

Der meiste Niederschlag pro Jahr fiel anno 1970 in Balderschwang: 3503,1 Liter pro Quadratmeter.

Die meisten Sonnenstunden pro Monat erfreuten die Menschen im Juli 1994 am Kap Arkona auf Rügen: 403 Stunden schien die Sonne damals vom Himmel.

Die wenigsten Sonnenstunden pro Monat, nämlich null, erreichte Steinberg in Niedersachsen im Dezember 1974.

Wetterrekorde in Ulm

Die niedrigste beziehungsweise höchste Temperatur, die jemals in Ulm gemessen wurde, liegen beide schon etwas zurück. So wurde am 10. Februar 1956 - die Älteren werden sich erinnern - eine Temperatur von minus 25,5 Grad Celsius gemessen, weshalb dieses Datum als kältester Tag in der Geschichte Ulms gilt. Der wärmste Tag wiederum datiert vom 27. Juli 1983, als 37,4 Grad Celsius verzeichnet wurden.

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