Wummernde Bässe, hunderttausende lachende Menschen, schrille Kostüme und Sonnenblumen: Wer das Wort Loveparade hört, verbindet damit zum einen die bunten und fröhlichen Techno-Umzüge mit bis zu einer Million Ravern in Berlin. Zum anderen aber auch das dramatische Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg, bei dem 21 Menschen in einer Massenpanik starben.

Techno-Party Loveparade soll wiederbelebt werden

Loveparade-Gründer Dr. Motte lehnt mit einem Miniatur-Model der Loveparade. Er stellte in einer Pressekonferenz sein neues Projekt vor.
Loveparade-Gründer Dr. Motte lehnt mit einem Miniatur-Model der Loveparade. Er stellte in einer Pressekonferenz sein neues Projekt vor.
© Foto: Annette Riedl/dpa

Jetzt will der Berliner DJ Dr. Motte, der eigentlich Matthias Roeingh heißt, die legendäre Techno-Party wiederbeleben. Für eine neue Loveparade in Berlin wollen Dr. Motte und sein Team der gemeinnützigen GmbH „Rave the Planet“ Spenden sammeln, wie der 59-Jährige am Montag in Berlin ankündigte. „Wir stellen die Frage: ‚Wollt Ihr eine neue Loveparade?’ Über das Sammeln von Spenden können wir herausfinden, ob das überhaupt gewollt wird von der Welt“, so Dr. Motte.

Techno als Weltkulturerbe - Immer mehr Clubs in Schwierigkeiten

Der DJ und sein Team wollen sich auch für den Erhalt der Technokultur starkmachen. Dies vor allem wegen der zunehmenden Schwierigkeiten von Clubs, die um ihre Existenz kämpfen müssten. Ihr Plan dazu: Bei der Unesco soll die elektronische Tanzmusik als immaterielles Weltkulturerbe schützen lassen. In diesem Jahr soll der Antrag gestellt werden. Außerdem wollen Dr. Motte & Co. einen offiziell anerkannten Feiertag der elektronischen Tanzmusikkultur initiieren.

Youtube Tanzen und Spaß haben: Die Loveparade 1998 - 2003

Loveparade begann 1989 mit 150 Ravern

Dr. Motte (bürgerlich: Matthias Roeingh) hatte vor gut 30 Jahren die Loveparade in Berlin gegründet. 150 Technofans tanzten damals 1989 unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ auf dem Kurfürstendamm. Später wurde daraus ein Millionenspektakel, der Rave wurde von einem anderen Veranstalter übernommen. Seit der verheerenden Loveparade-Katastrophe mit Toten und Verletzten in Duisburg 2010 gibt es die Loveparade nicht mehr.