Weingarten Pilger ziehen beim „Blutritt“ durch Weingarten

Justizminister Guido Wolf (CDU) sitzt kurz vor Beginn der Blutritt-Prozession auf einem Pferd. Foto: Felix Kästle
Justizminister Guido Wolf (CDU) sitzt kurz vor Beginn der Blutritt-Prozession auf einem Pferd. Foto: Felix Kästle © Foto: Felix Kästle
Weingarten / DPA 11.05.2018

Mit Frack, Zylinder und hoch zu Ross sind am Freitag tausende Wallfahrer beim traditionellen „Blutritt“ durch das oberschwäbische Weingarten gezogen. Als Ehrengast war in diesem Jahr die Staatssekretärin für politische Koordination im Stuttgarter Staatsministerium, Theresa Schopper (Grüne), eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein in seiner Geburtsstadt auch im Sattel: Justizminister Guido Wolf (CDU).

Das Schauspiel gilt als eine der größten Reiterprozession Europas - die Teilnehmer versammeln sich jedes Jahr am Freitag nach Himmelfahrt zu Ehren der Heilig-Blut-Reliquie. Gemeinsam reiten sie durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt im Kreis Ravensburg und die angrenzenden Felder. Am Straßenrand stehen dabei meist Zehntausende Besucher. Am Abend zuvor führt zudem eine Lichterprozession durch die Stadt.

Die Verwaltung sprach am Freitag von rund 30 000 Besuchern. Insgesamt hätten 2203 Wallfahrer hoch zu Ross an der Prozession teilgenommen.

Das Brauchtum des Blutritts wird in Weingarten nach eigenen Angaben seit mehr als 900 Jahren von Männern, Frauen und zum Teil auch Kindern gepflegt. Die Heilig-Blut-Reliquie enthält der Legende nach mit Erde vermischtes Blut von der Kreuzigung Christi. Die Wurzeln der Heilig-Blut-Verehrung reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.