Jetzt gilt die neue EU-Verordnungn und damit sind von heute an die meisten Tattoo-Farben verboten. Ab Dienstag, den 04.01.2022 sind viele der üblicherweise in Tattoo-Farben eingesetzten Chemikalien verboten. Die Beschränkungen durch die sogenannte REACH-Verordnung gilt in ganz Europa. Auf der Bannliste stehen damit tausende Substanzen. Viele von ihnen sind aus Sicht der EU potenziell gefährlich oder nicht ausreichend erforscht.
  • 2020 wurde das Verbot beschlossen, die Übergangszeit läuft nun aus.
  • Das Ziel sei laut der EU-Kommission nicht, Tätowierungen grundsätzlich zu verbieten.
  • Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) betont, es gehe darum, „Tätowierfarben und Permanent-Make-up sicherer zu machen“.
EU-Verordnung bedroht bunte Tattoo-Farben.
EU-Verordnung bedroht bunte Tattoo-Farben.
© Foto: Marcus Brandt / DPA

Weitere Tattoo-Farben ab 2023 verboten

In einem Jahr kommen auf die Tattoo-Branche weitere Einschränkungen zu. Ab 2023 will die EU zusätzlich auch noch bestimmte blaue und grüne Farbpigmente untersagen. Der Grund: Ihre Sicherheit sei nicht nachgewiesen, laut ECHA stehen die Pigmente im Verdacht, krebserregend zu sein. Die meisten bisher genutzten Tattoo-Farben sind demnach in der aktuellen Zusammensetzung bald verboten – vor allem die bunten. Auf dem deutschen Markt verfügbare Farben entsprechend der EU-Verordnung sind bislang nur Schwarz, Grau, Weiß.
Tausende Substanzen stehen auf der Bannliste.
Tausende Substanzen stehen auf der Bannliste.
© Foto: Marcus Brandt / DPA

Warum es das Verbot von Tattoo-Farben gibt - Allergien und Krebs

Viele Tattoo-Farben, die bislang auf dem Markt seien, seien nicht nachweislich unbedenklich. „Viele sind nie in klinischen Studien überprüft worden. Das heißt, Tattoo-Farbstoffe haben immer ein großes Risiko, eine Allergie auszulösen, es besteht auch die Gefahr, dass Krebs entstehen kann“, mahnt Christoph Liebich, Dermatologe und Inhaber der Hautarztpraxis Dermazent in München.