Getränk Prost! - Wissenswertes zum Tag des Bieres

Ulm / lema 02.08.2018
Warum gibt es helles und dunkles Bier? Was ist das Reinheitsgebot? Wissenswertes rund ums Bier.

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“ Bier, dem alkoholischen Lieblingsgetränk der Deutschen, gehört der 3. August. An diesem Tag wird nämlich der „Tag des Bieres“ gefeiert. Wir haben Wissenswertes und Kurioses zum Thema Bier zusammengetragen:

Wie wird Bier hergestellt?

Die Grundzutaten eines Biers sind meist Hopfen, Malz, Hefe und Wasser.

Der Deutsche Brauer-Bund e.V. beschreibt den Brauprozess auf seiner Webseite folgendermaßen:

Das Malz wird aus Getreide, meist Gerste, hergestellt. Es wird in einem Malzsilo gelagert und geschrotet. Das Malzschrot wird zusammen mit Wasser zur sogenannten Maische vermischt und erhitzt. Durch die Erhitzung werden Enzyme freigesetzt, die die Malzstärke in Malzzucker umwandeln.

Im Läuterbottich werden anschließend die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt, sie wird geläutert. Die Würze, die aus dem Läuterbottich abfließt, gelangt wiederum in die Würzpfanne. Dort wird der Hopfen hinzugegeben. Dieser Sud wird gekocht. Je mehr Hopfen hinzubegeben wird, desto bitterer und herber schmeckt am Ende das Bier.

Anschließend werden noch sogenannte verbleibende Trübstoffe aus der Lösung entfernt, bevor die Mischung heruntergekühlt und die Hefe hinzugefügt wird. Dann beginnt die Gärung. Die Hauptgärung dauert etwa eine Woche. Danach gärt das Bier noch einige Woche in einem Lagertank nach, bevor es abgefüllt wird.

Welche Farbe das Bier bekommt, hängt im Übrigen vom Malz ab. Trockenprozess- und dauer des Malzes entscheiden darüber, ob mal ein helles oder ein dunkles Bier bekommt. Auch die Zusammensetzung des Wasser - ob karbonatarm oder -reich - spielt eine Rolle.

Was hat es mit dem Reinheitsgebot auf sich?

Diese Regelung schreibt vor, dass deutsches Bier aus nichts anderem bestehen darf als aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Zurück geht diese Vorschrift auf eine Verordnung von 1516 der Brüder Herzog Wilhelm IV und Ludwig X, die damals Bayern regierten.

Brauer mischten in dieser Zeit nämlich noch ganz andere Dinge ins Bier, wie Kümmel, Salz oder auch so unappetitliche Dinge wie Ochsengalle und Fischblasen. Sofern das Biertrinken einem nicht dem Magen umgedreht hat, dürfte es zumindest ziemlich scheußlich geschmeckt haben.

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Der Erlass diente zum einen der Qualitätssicherung, zum anderen sollten Getreidearten wie Roggen und Weizen nicht für die Bierherstellung verwendet werden. Diese wurden schließlich für die Brotherstellung benötigt.

Die Verordnung wurde allerdings eher lax ausgelegt und erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wieder belebt. Die rechtliche Lage, was heutzutage alles in einem Bier drin sein, als Bier bezeichnet und besteuert werden darf, hat sich über die Jahre stark gewandelt. Ausländische Biere sind beispielsweise nicht von dem „Reinheitsgebot“ betroffen.

Wissenswertes rund ums Bier

- Stolze 1429 Brauereien gibt es laut Statistischem Bundesamt in Deutschland. Diese haben im Jahr 2017 rund 85 Millionen Hektoliter (ohne alkoholfreies) Bier gebraut.

- Bayern hat mit 642 Brauereien die meisten Brauereien in Deutschland: Gefolgt von Baden-Württemberg mit 204 und Nordrhein-Westfalen mit 104.

- Deutsche Unternehmen haben im gleichen Jahr rund 1,6 Milliarden Liter Bier im Wert von 1,1 Milliarden Euro exportiert. Dabei waren laut Statistischem Bundesamt Italien, China und die Niederlande die wichtigsten Abnehmerländer.

- Das stärkste Bier der Welt: "Snake Venom" hat 67,5 % Alkohol. Dieses Bier ist so gefährlich wie sein Name: Das "Snake Venom"-Bier der schottischen Bier-Manufaktur Brewmeister.

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- Den höchsten Pro-Kopf-Vebrauch an Bier in Europa hat Tschechien, gefolgt von Deutschland und Österreich.

- Wenn man Bier im Glas leicht kippt und der Schaum an der Glaswand hängen bleibt, ist das zum einen ein Zeichen für die Qualität des Bieres, zum anderen ein Zeichen für ein sauberes Glas. Fett und Unreinheiten vermindern die Oberflächenspannung der Kohlensäurebläschen in der Schaumkrone, wodurch diese platzen.

- Cenosillicaphobie ist die Angst vor leeren Gläsern

- Auch für Bierliebhaber wurde eine App entwickelt: Mit „Untappd“ kann man „sein“ Bier finden.

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