30 Jahre Wiedervereinung - am 3. Oktober 2020 steht wahrlich ein ganz besonderer Feiertag an. Der Tag der Deutschen Einheit ist ein bundesweiter Feiertag. Die meisten Arbeitnehmer haben an diesem Tag frei. In diesem Jahr fällt er auf einen Samstag.
Haben Restaurants und Geschäfte trotzdem geöffnet? Warum feiern wir diesen Tag überhaupt und was ist seine Bedeutung? Wir werfen einen kurzen Blick in die Geschichte und haben euch alle Antworten.

Ist der Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag?

Ja. Der Tag der Deutschen Einheit ist einer von neun gesetzlichen Feiertagen in Deutschland. Somit haben an diesem Tag die meisten Menschen frei.

Haben Geschäfte am 3. Oktober offen oder geschlossen?

An einem bundesweiten Feiertag bleiben die Geschäfte geschlossen. Auch städtische Einrichtungen wie etwa das Einwohnermeldeamt oder Funbüro sind an diesem Tag zu. Lediglich Läden wie Tankstellen, manche Bäcker, Verkaufsstellen in Bahnhöfen oder an Flughäfen haben am Tag der Deutschen Einheit geöffnet.

Tag der Deutschen Einheit: Sind Restaurants geöffnet?

Jein. Restaurants und Imbisse können an diesem Feiertag selbst entscheiden, ob sie offen haben oder ihre Läden lieber schließen.
Um sicher zu gehen, ob das Lieblingsrestaurant an diesem Samstag geöffnet ist, sollet ihr also besser vorher nachfragen.

Tag der Deutschen Einheit: Mauerfall in Berlin

Die Mauer in Berlin teilte für fast 30 Jahre Ost- und Westdeutschland. Bewacht wurde sie damals von Grenzsoldaten, Stacheldraht, Minen und vielem mehr – eine nahezu unüberwindbare Barrikade. Die Berliner Mauer war das Symbol des Ost-Westkonflikts. Die Bewohner der DDR wollten ihre Regierung und deren Gesetze nicht mehr akzeptieren. Deshalb fiel am 9. November 1989 die Berliner Mauer und läutete das Ende der Trennung ein. Am 3. Oktober 1990 – Der Tag der Deutschen Einheit – erfolgte der Zusammenschluss und das Ende der DDR.

Warum ist der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober?

Der 3. Oktober wird als Tag der Wiedervereinigung gefeiert. Am 3. Oktober 1990 trat der Vertrag in Kraft – Die ehemalige DDR trat der Bundesrepublik bei. 45 Jahre lang war Deutschland davor in zwei Teile aufgeteilt gewesen. 1990 wurde die DDR als eigenständiger Staat aufgelöst und der Tag der Deutschen Einheit eingeführt. Es ist ein friedliches Feiern der Einigkeit. Der Zusammenschluss fand unter Helmut Kohl statt – dem damaligen Kanzler. Als neue Hauptstadt wurde Berlin ernannt und löste somit Bonn ab. Vor dem Reichtagsgebäude wurden Fahnen in Schwarz, Rot und Gold gehisst und Bundespräsident Richard von Weizsäcker erklärte feierlich die zukünftigen Absichten: „In freier Selbstbestimmung wollen wir die Einheit Deutschlands vollenden.“

Was war am 17. Juni?

Die konservative Deutsche Soziale Union – DSU – forderte am 17. Juni 1990, dass die DDR der Bundesrepublik beitreten solle. Ein kontrollierter Prozess war kaum möglich, da zwischen beiden Parteien viele Gefühle im Raum standen und nur mit viel Feingefühl und Zeitaufwand von Lothar de Maizière – dem damaligen Ministerpräsident – war dies möglich. Die Lage in der DDR war beunruhigend. Die Wirtschaft stand kurz vor dem Aus und immer mehr Bewohner flohen in den Westen. Der Ministerpräsident schlug den Beitritt der DDR und die erste Beteiligung an den gesamtdeutschen Bundestagswahlen vor. Dies sollte bereits auf den 14. Oktober vorgezogen werden. Im August einigten sich die Parteien dann auf den 3. Oktober. Daher feiern wir am 03. Oktober die Wiedervereinigung. Der 17. Juni war davor der Gedenktag mit dem Namen Tag der Deutschen Einheit im Westen von Deutschland. Dieser Tag sollte an den blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnern.

30 Jahre Deutsche Einheit – Sondersendung im Ersten

Der Deutsche Bundestag erinnert am Freitag, 2. Oktober 2020, in der sogenannten Vereinbarten Debatte „30 Jahre Deutsche Einheit“ an die Wiedervereinigung. Seither gibt es zwar Fortschritte in der Annäherung zwischen Ost und West, aber immer noch deutliche Unterschiede. Das Erste überträgt die Generaldebatte von 9:00 bis 10:45 Uhr live aus dem Deutschen Bundestag. Moderator Oliver Köhl empfängt in der Sondersendung die Interviewgäste Gregor Gysi (die Linke) und Elisabeth Kaiser (SPD).