Der Tag der Arbeit oder auch Maifeiertag ist in vielen Ländern weltweit ein Feiertag. Es ist ein weltlicher, also ein nichtreligiöser, Feiertag.
Der Tag der Arbeit wird jährlich am 1. Mai gefeiert. 2021 fällt er auf einen Samstag. Beim Tag der Arbeit handelt es sich deutschlandweit um einen gesetzlichen Feiertag.

Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?

Der Feiertag ist bereits auf den 1. Mai 1856 zurückzuführen. An diesem Tag fanden in Australien Massendemonstrationen zur Einführung des Achtstundentags statt. 30 Jahre später wurde zur Erinnerung am 1. Mai 1886 in Nordamerika zu Generalstreiks aufgerufen. Diese hatten ebenfalls das Ziel eines Achtstundentags und damit bessere Arbeitsbedingungen. Bis dahin war ein Zwölfstundentag zu Niedriglöhnen nicht unüblich. Die Tage darauf gab es in Chicago Zusammenstöße mit der Polizei und dabei auch Tote und Verletzte.
Zum Gedenken der Opfer wurde am 1. Mai 1889 der „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Ein Jahr später, am 1. Mai 1890 gab es Streiks und Demonstrationen in der ganzen Welt, darunter auch in Deutschland. Im Oktober 1890 machte die SPD den 1. Mai zum Tag der Arbeiterbewegung. 1933 machten die Nationalsozialisten den 1. Mai zum Feiertag und vereinnahmten ihn für ihre Propaganda. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs blieb der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Seit er damals umbenannt wurde, ist er bekannt als „Tag der Arbeit“.

Wo ist der Tag der Arbeit ein Feiertag?

Heute ist der „Tag der Arbeit“ oder auch "Labor Day" in vielen Ländern der Welt ein gesetzlicher Feiertag. Während in Europa der 1. Mai gefeiert wird, liegt der „Labor Day“ in den USA im September. Auch in Neuseeland, Kanada und Australien findet er an anderen Tagen statt. Für die meisten ist er mittlerweile ein willkommener, arbeitsfreier Tag.

1. Mai 2021 Demo

Noch immer wird am 1. Mai regelmäßig demonstriert. Der Tag der Arbeit ist für seine Straßenschlachten in Kreuzberg berüchtigt. Trotz Corona wird auch dieses Jahr 2021 von Linksautonomen zu Aktionen am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg aufgerufen. Linksradikale Gruppen laden demnach „zum unberechenbaren Bevölkern der Straßen“ ein. Geplant sei ein öffentliches Zusammenkommen mit Schutzmasken. Wie in den vergangenen Jahren, wurde für den Abend des 1. Mai bislang keine Demonstration bei der Polizei angemeldet. Im letzten Jahr sammelten sich am Abend in Kreuzberg Tausende Menschen trotz Corona-Verbot an, um zu demonstrieren und anschließend mit Tausenden Schaulustigen auf den Straßen zu feiern und zu trinken.
Auch das große Kreuzberger Straßenfest „Myfest“, welches normalerweise Zehntausende Besucher anzieht, wurde auch in diesem Jahr wieder abgesagt. Der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will eine Kundgebung am Brandenburger Tor abhalten. Mit 2000 Teilnehmern soll diese aber deutlich kleiner sein als früher.

Welche Traditionen gibt es rund um den 1. Mai?

Rund um den Maifeiertag gibt es verschiedene Bräuche. Vor allem im Süden, in Bayern und Baden-Württemberg, zelebriert man diverse Traditionen.

Maibaum

Unabhängig vom Tag der Arbeit ist am Maifeiertag der Brauch entstanden, einen Maibaum aufzustellen. Diese Tradition ist besonders im süddeutschen und österreichischen Raum verbreitet, aber auch in einigen anderen Teilen Deutschlands sowie in einigen weiteren europäischen Ländern wie Slowenien oder Tschechien.
Meist findet das Aufstellen im Rahmen eines Dorf- oder Stadtfestes statt, begleitet von traditioneller Musik, Bier und reichlich Essen. Zum Teil werden die oft über 10 Meter hohen Maibäume per Muskelkraft und mit Hilfe von langen Stangen aufgestellt. Woanders unterstützt die Freiwillige Feuerwehr mit Hilfe von Kran oder Drehleiter.

Liebesmaien

Im Südwesten gibt es die Tradition, dass die unverheirateten Männer in der Nacht auf den 1. Mai ihrer unverheirateten Angebeteten – egal ob liiert oder noch nicht - „Maien“ vor oder an das Haus stellen. Das ist entweder eine Tanne oder eine Birke, die mit bunten Bändern und einem Herz mit dem Vornamen der Liebsten geschmückt wird. Umgekehrt funktioniert der Brauch im Schaltjahr. Dann stellen die Frauen den Männern den Baum.

Freinacht

Die Freinacht, auch Hexennacht, wird vor allem im Süden Deutschlands in der Nacht auf den 1. Mai gefeiert. Sie wird von Jugendlichen gerne genutzt, um die Maibäume anliegender Gemeinden zu stehlen. Daneben ziehen Kinder und Jugendliche in dieser Nacht auch oft durch die Straßen und spielen der Nachbarschaft Streiche. Beliebt ist dabei zum Beispiel, Autos mit Toilettenpapier einzuwickeln, Türklingen mit Rasierschaum zu beschmieren oder Dinge zu verstecken.