Stuttgart SWR: Mit "Katze" und Mundart zu mehr Regionalität

Daniela Katzenberger: Im Auftrag des SWR als Schauspielerin.
Daniela Katzenberger: Im Auftrag des SWR als Schauspielerin. © Foto: dpa
Stuttgart / GUDRUN SOKOL 13.02.2014
Der SWR will regionaler werden. Daher bekommt "Landesschau Aktuell" mehr Sendezeit und TV-Sternchen Daniela Katzenberger eine Schauspielrolle.

Mehr Nachrichten aus dem Südwesten: Dieses Ziel hat sich der SWR gesetzt und verdoppelt die Länge der "Landesschau Aktuell". Statt 15 Minuten Landesnachrichten vor 20 Uhr gibt es von Herbst an 30 Minuten. Eine Art "Tagesthemen" aus dem Land, kündigt Intendant Peter Boudgoust an.

Überhaupt gestaltet der SWR seinen Vorabend um: Am 1. April werden die Programme von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ab 18 Uhr vereinheitlicht - montags mit Geschichten über Menschen aus dem Südwesten, dienstags folgen Naturthemen, mittwochs Berichte aus der Wirtschaft, donnerstags wird gekocht, der Freitag bietet Ausflugstipps, und am Samstag bekommen Hobbygärtner Platz.

Ende März startet ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam mit einem neuen Format im SWR: "Ihr Urteil bitte" erinnert stark an die Gerichts-Sendung "Wie würden Sie entscheiden?", die von 1974 bis 2000 im ZDF lief. Auch hier werden reale Fälle, die allerdings ausnahmslos aus dem Südwesten stammen, einem Studiopublikum vorgespielt, das dann per Knopfdruck - rot oder grün, schuldig oder nicht - sein Laien-Urteil abgeben darf. Am Ende erklärt ein Richter, wie der Fall tatsächlich ausgegangen ist.

Unter Regionalität versteht der SWR auch Mundartpflege. Daher setzt er die Dialektserie "Die Kirche bleibt im Dorf" fort. Am 21. Februar widmet er zudem 20 Programmstunden den Dialekten im Südwesten. Motto: "Redde, babble, schwätze". Das kann Trash-TV-Sternchen Daniela Katzenberger besonders gut, und so darf sie sich im ARD-Film "Frauchen oder die Deiwelsmilch" (10. April) im Auftrag des SWR als Schauspielerin versuchen. Das macht die "Katze" besser als manch anderer Schauspieler im Öffentlich-Rechtlichen, doch Boudgoust stellt klar, dass es zwischen dem SWR und der vollbusigen Kunstfigur eine "relativ kleine Schnittmenge" gibt - "und das wird auch so bleiben".

Bundesweit vertreten ist der Südwesten natürlich auch mit seinen "Tatort"-Beiträgen aus Konstanz, Stuttgart und Ludwigshafen. Letzterer ist seit 25 Jahren mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal besetzt; ein Austausch ist kein Thema. In der Folge "Blackout" Ende Oktober hat sie allerdings statt Mario Kopper eine junge Kollegin an der Seite. Noch ein Fall von Kommissar-Frühverrentung? Boudgoust winkt ab, es gebe keine Pläne, "Kopper rauszuschreiben". Aber: "Ein Kommissar muss auch mal Urlaub machen."

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