Mehrere Menschen vermisst Todesopfer nach Hauseinsturz in Marseille gefunden

Neben dem Schicksal von acht Hausbewohnern ist nach Behördenangaben auch das von zwei Passanten fraglich. Foto: Claude Paris/AP
Neben dem Schicksal von acht Hausbewohnern ist nach Behördenangaben auch das von zwei Passanten fraglich. Foto: Claude Paris/AP © Foto: Claude Paris
Marseille / DPA 06.11.2018

Einen Tag nach dem Einsturz baufälliger Wohnhäuser im Marseille haben Rettungskräfte die Leiche eines Mannes gefunden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Zwischen fünf und acht Menschen, die womöglich tot unter den Trümmern liegen, werden noch vermisst. Bei ihnen handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Bewohner und Besucher, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in einem der beiden Häuser aufgehalten haben.

Zwei Häuser waren am Montagmorgen im Zentrum der südfranzösischen Hafenstadt eingestürzt. Eines davon stand leer, weil es baufällig war. Das andere Gebäude, das erst im Oktober inspiziert wurde, war bewohnt aber ebenfalls baufällig. Ein drittes einsturzgefährdetes Haus zerstörten die Einsatzkräfte am Montag. In der Nacht zu Dienstag hatten Rettungskräfte die riesigen Schutthaufen bei grellem Flutlicht nach Verschütteten durchkämmt.

Zunächst war vermutet worden, dass auch zwei Passanten von den Häusern erschlagen worden sein könnten. Hier konnten die Behörden jedoch Entwarnung geben - die Straße wurde geräumt, Leichen wurden dort nicht gefunden. Dutzende Bewohner anliegender Häuser wurden am Montag in Sicherheit gebracht.

Innenminister Christophe Castaner war am Montag zum Unglücksort gereist. Er versprach, eine Untersuchung, um die Ursache für das Unglück zu klären. „Dieser dramatische Unfall könnte auf die heftigen Regenfälle zurückzuführen sein, die in den vergangenen Tagen auf Marseille gefallen sind“, hieß es am Montag von der Stadt Marseille.

Mehrere Oppositionsvertreter monierten allerdings die Wohnungspolitik der Stadt. „Es sind die Häuser der Armen, die zusammenstürzen - und das ist kein Zufall“, sagte etwa der führende Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon nach Angaben mehrerer Medien. Mélenchon hat in Marseille seinen Wahlkreis und war am Montag ebenfalls zum Unglücksort gereist.

Eine 25-jährige Bewohnerin eines der beiden eingestürzten Häuser berichtete AFP, dass seit einigen Tagen die Türen in ihrer Wohnung nicht mehr richtig schlossen. Am Sonntag - eine Nacht vor dem Einsturz - verließ sie ihre Wohnung und fuhr zu ihren Eltern. „Ich hatte Angst, zu Hause eingeschlossen zu sein.“

Foto auf Google Maps

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