Das Sturmtief „Bennet“ hat vielerorts in Baden-Württemberg den Verkehr behindert. In mehreren Landkreisen - darunter Karlsruhe, Rems-Murr und Ostalb - stürzten Bäume auf Straßen und beschädigten Autos. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz riet davon ab, im Wald spazieren zu gehen. Vor allem in Hochlagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb, aber auch am Bodensee bestand demnach Gefahr aufgrund herabstürzender Äste.

Ulm und Alb-Donau-Kreis weitgehend verschont

Während andernorts starke Böen die Einsatzkräfte in Atem hielten, lief in der Region alles glimpflich ab. Das Polizeipräsidium Ulm verzeichnete bis zum Abend keine größeren Unfälle. Einzig bei Ehingen kam es zu Behinderungen: Der leere Anhänger eines Lastzugs wurde auf einer Bundesstraße in Richtung Ehingen von einem Windstoß erfasst und geriet in eine Böschung. Außerdem riss ein Bremsschlauch, so dass sich der quer auf der Straße stehende Laster nicht mehr bewegen ließ. Bis zur Bergung des Lastzuges vergingen drei Stunden in denen die Fahrbahn gesperrt war.

Auch die Feuerwehren waren nur sporadisch gefragt: Wie die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Ulm auf Anfrage unserer Zeitung berichtet, seien bis zum Abend „keine zehn sturmbedingten Einsätze“ aufgelaufen. In Ulm blieb alles ruhig; einzig im nördlichen und nordwestlichen Alb-Donau-Kreis beschäftigten abgebrochene Äste, entwurzelte Sträucher und herabfallende Dachziegel die Wehren. Bei Asch stürzte zudem ein Baum auf einen Pkw.

Wind, Schnee und Gewitter

In der Nacht zum Dienstag sollten sich die Sturmböen zunächst wieder abschwächen. Allerdings könnte es oberhalb von 700 Metern Frost geben. Im Schwarzwald erwartete der DWD oberhalb von 800 bis 1000 Metern bis zu 15 Zentimeter Neuschnee. Am Dienstag dürften laut dem DWD Schauer und Gewitter niedergehen. Außerdem drohten erneut starke bis stürmische Böen sowie Sturmböen im Hochschwarzwald, hieß es von den Meteorologen. Der DWD gab daher auch eine Wetterwarnung heraus. So drohten örtlich Blitzschläge. Wegen der Sturmböen könnten im Land auch Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. „Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände“, hieß es vom Wetterdienst. Aufgrund von Platzregen seien außerdem Verkehrsbehinderungen möglich.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

In Stuttgart mussten Einsatzkräfte am Montag 35 Mal ausrücken, wie die Polizei mitteilte. So brach etwa ein Ast von einem Baum ab und riss eine hängende Straßenlampe mit sich, die auf einen fahrenden Lastwagen und auf die Oberleitung der Stadtbahn stürzte. Am Verkehrsknotenpunkt Pragsattel kam es zum Stau. Der 60 Jahre alte Lastwagenfahrer blieb unverletzt, wurde aber vorsorglich in eine Klinik gebracht, hieß es von der Polizei. Dachziegel stürzten von Dächern, Äste brachen auf Fahrbahnen und Bauzäune sowie Verkehrszeichen beschädigten vielerorts geparkte Fahrzeuge.

Auf einem Parkplatz in Ravensburg verursachte ein schwerer Birkenast einen Schaden von 20.000 Euro. Wie es von den Behörden hieß, stürzte der Ast auf fünf geparkte Autos. Zwei davon wurden erheblich beschädigt und seien nicht mehr fahrtüchtig.

Graben-Neudorf

Abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume

Auch in Nordbaden forderte der Sturm die Einsatzkräfte. Bei Sandhausen und Sinsheim wurden Dächer teilweise abgedeckt, in mehreren Ortschaften stürzten Bäume auf Straßen. In Heidelberg blieb der Zoo wegen des stürmischen Wetters geschlossen. Auf der Autobahn 656 zwischen dem Heidelberger Kreuz und Mannheim-Seckenheim sorgten umgestürzte Verkehrszeichen und Solarpanele in Fahrtrichtung Mannheim für Behinderungen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wehten bis Montagabend noch weitere Sturmböen mit bis zu 85 Stundenkilometern durch das Land. In höheren Lagen gab es teilweise auch orkanartige Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 Stundenkilometern.

Das könnte dich auch interessieren: