Berlin Studie: Dicke Menschen werden ausgegrenzt

Berlin / DPA 22.09.2016

Fettleibige Menschen werden laut einer Studie in Deutschland häufig ausgegrenzt. Jeder Achte vermeidet bewusst Kontakt zu Betroffenen, 71 Prozent der Bevölkerung finden stark Übergewichtige unästhe- tisch, wie die DAK-Gesundheit mitteilte. Die Krankenkasse, die die Studie in Auftrag gegeben hat, will nun eine Aufklärungskampagne starten, um „die verbreiteten Vorurteile gegenüber Betroffenen zu entkräften“. DAK-Vorstand Thomas Bodmer sagte: „Adipöse Menschen haben in unserer Gesellschaft ein schweres Los. Sie kämpfen gegen Pfunde und Vorurteile.“

Nach der repräsentativen Forsa-Untersuchung glaubt die Mehrheit der Befragten, dass Fettleibige selbst schuld an den überflüssigen Pfunden und zu faul zum Abnehmen seien. So ist fast jeder Zweite der Meinung, dass Bewegungsmangel und vieles Sitzen schuld an Fettleibigkeit seien. 33 Prozent gaben falsche beziehungsweise ungesunde Ernährung an. Dabei sei Adipositas, also starkes Übergewicht, eine Volkskrankheit, die durch viele Faktoren – etwa Stoffwechselstörungen oder genetische Disposition – entstehe.

In Deutschland ist laut DAK jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren stark übergewichtig, das sind 16 Millionen Menschen. Der Anteil der Patienten mit extremer Adipositas (Body-Mass-Index über 40) hat sich von 1999 bis 2013 mehr als verdoppelt.