Glosse Studie als Weckruf für die Eulen

 Foto: © Natata/Shutterstock.com
Foto: © Natata/Shutterstock.com © Foto: ©Natata/Shutterstock.com
Berlin / Thomas Block 17.04.2018

Für Schlafforscher teilen sich die Menschen in Eulen und Lerchen. Zur Erinnerung: Eulen, das sind diese flauschigen, sympathisch-gemütlichen Vögel, die jeder mag. Lerchen, das sind diese asketisch anmutenden, farblosen Schreihälse, die jedem auf die Nerven gehen. Für die Somnologie ist ihr Biorhythmus entscheidend: Eulen stehen für Langschläfer, Lerchen für Frühaufsteher, aber die anderen Eigenschaften lassen sich auch übertragen. Keiner mag Menschen, die freiwillig vor zehn aufstehen.

Trotzdem haben radikale Lerchen die Herrschaft an sich gerissen und alle anderen ihrem Rhythmus unterworfen. Keine Eule wäre auf die Idee gekommen, den Schulunterricht, die Notierungen an der Börse, die Arbeit im Büro um acht Uhr morgens beginnen zu lassen. Irgendwie müssen die Eulen die entscheidenden Abstimmungen über die Strukturierung des Arbeitstages verschlafen haben.

Eine Studie der Universitäten im britischen Surrey und in Chicago mit 430 000 Teilnehmern zeigt, wie gefährlich das ist. Nachtaktive sterben früher, weil sie gegen ihre innere Uhr leben. Sie neigen zu Diabetes, psychischen Problemen und Drogenmissbrauch. Früh­auf­stehen ist das neue Rauchen.

Es wird Zeit, die Schreckensherrschaft der Lerchen zu brechen. Eulen aller Länder, vereinigt euch! Also, irgendwann nach zwölf! Keinesfalls vor elf! Vielleicht auch erst morgen! Aber dann richtig!