Stuttgart Strobl fordert Vorratsdatenspeicherung nach Missbrauchsfall

Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart / DPA 08.08.2018

Angesichts des grausamen Freiburger Missbrauchsfalls drängt Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) auf die Einführung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung. „Mir fehlt jedes, wirklich jedes Verständnis, unseren Polizeien und Staatsanwälten dieses effektive Instrument zur Bekämpfung schlimmsten Kindesmissbrauchs vorzuenthalten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Jeder dieser widerwärtigen Fälle ist exakt einer zu viel! Wir müssen die Nachfrage auf Null bringen, dann wird dieser perverse und menschenverachtende Müll auch nicht mehr produziert.“

Die Nachfrage schwinde mit der Gefahr, erwischt zu werden, betonte Strobl. Die Vorratsdatenspeicherung sei für die Ermittler „schlicht notwendig und unerlässlich“. „Für Ermittlungen im Umfeld, um an weitere Täter zu kommen, um die Täter hinter den Tätern zu ermitteln, und vor allem um weitere Taten zu verhindern, kann es geradezu unentbehrlich sein.“

Ein Paar aus dem badischen Staufen hatte einen heute Zehnjährigen mehr als zwei Jahre vielfach vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen - und war dafür am Dienstag zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das Kind war über das Internet an Männer aus dem In- und Ausland verkauft worden.

Auch der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, hatte anlässlich des Falls die Vorratsdatenspeicherung gefordert. In vielen Fällen sei der einzige Hinweis auf den Täter die IP-Adresse seines Computers, hatte Münch der „Berliner Zeitung“ gesagt. Den Ermittlern seien häufig die Hände gebunden, beklagte der BKA-Präsident. „Allein im Jahr 2017 konnten über 8000 Hinweise auf Kinderpornografie nicht weiter ermittelt werden.“

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