Tierisch Streifen aus der Farbdose

Das unechte Zebra in Kairo.
Das unechte Zebra in Kairo. © Foto: Mahmoud A. Sarhan
Kairo / Martin Gehlen 28.07.2018

Nichts ist unmöglich in Umm el Dounia, der Mutter aller Nationen. Ägypten inszeniert sich gerne als Vorbild für die Welt, warum nicht auch für die Tierwelt? Da für den neuen Zoo im Internationalen Garten von Kairo offenbar keine echten Zebras zur Hand waren, lackierten Angestellte kurzerhand zwei heimische Esel um. Die schwarzen Streifen auf dem Fell gelangen ihnen zwar nicht so akkurat wie bei den Originalen. Dafür vollendeten die Graffiti-Künstler ihre Zebra-Esel mit einem breiten Strich quer über das Maul.

Als kürzlich der 18-jährige Besucher Mahmoud A. Sarhan dieses neue Fellkostüm entdeckte und auf Facebook stellte, waren Hohn und Spott im ägyptischen Cyberspace groß. Er selbst habe eine künstlerische Ader und verstehe etwas von Farben und Malerei, erklärte der Student, aber diese Arbeit sei schlecht gemacht und voller Fehler.

Zoochef Mohamed Sultan dagegen, ein ehemaliger General, der seit Februar in dem neuen Gehege in Nasr City das Kommando führt, kann die ganze Aufregung nicht verstehen. „Das sind echte Zebras und keine Tiere von hier“, sagte er im Lokalradio. Dass seine Tiere viel zu lange Ohren haben und in der gegenwärtigen Bruthitze die ersten schwarzen Felllinien bereits wieder verwischen, darüber jedoch mochte er nicht reden.

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