Heidelberg Strafe für falsche Polizeibeamte: Senioren betrogen

Ein abgelegter Telefonhörer. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Ein abgelegter Telefonhörer. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv © Foto: Rolf Vennenbernd
Heidelberg / DPA 10.07.2018

Sie haben die Gutgläubigkeit älterer Menschen ausgenutzt und sie als falsche Polizeibeamte um ihr Hab und Gut gebracht: Dafür hat das Landgericht Heidelberg drei Männer verurteilt. Der für die Logistik zuständige 24-jährige Haupttäter muss wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in drei Fällen und einem Versuch dazu vier Jahre und neun Monate in Haft, wie das Gericht am Dienstag mitteilte (Az.: 3 KLs 451 Js 24612/17 jug). Ein Mittäter bekam eine Jugendstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung. Ein zweiter Angeklagter muss zwei Wochen in den Jugendarrest und gemeinnützige Arbeit leisten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Revision zum Bundesgerichtshof ist möglich.

Das Trio benutzte laut Gericht die Masche, sich bei den älteren Opfern telefonisch als Polizisten auszugeben, die deren Vermögen vor Kriminellen in Sicherheit bringen wollten. Sie versetzten die Senioren demnach in solche Angst um ihr Hab und Gut, dass sie dieses in die Hände der vermeintlichen Ermittler gaben. Auf diese Weise erbeutete die Bande nach Erkenntnissen der Polizei etwa im September 2017 bei einer 96-jährigen Frau aus Fellbach rund 258 000 Euro Bargeld und Goldbarren, die die Polizei sicherstellen konnte. Nach Angaben des Landeskriminalamtes explodieren derzeit die Fallzahlen dieser Art des Trickbetrugs.

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