Stuart Stinkende Algenplage an Floridas Stränden

Eine dicke Algensuppe verseucht die Strände Floridas.
Eine dicke Algensuppe verseucht die Strände Floridas. © Foto: dpa
Stuart / SVEN KAUFMANN 04.07.2016
Eine dicke, stinkende Algen- suppe verseucht die Strände im Süden Floridas. In drei Bezirken ruft der Gouverneur den Notstand aus.

Das Städtchen Stuart im Süden Floridas ist dieses Jahr zur „glücklichsten Küstenstadt“ der USA gekürt worden. Aber glücklich ist hier zurzeit kaum jemand. Denn auf die sonst so schönen Atlantikstrände und Ufer des St.-Lucie-Flusses, der bei Stuart ins Meer mündet, schwappt eine giftige grünblaue Algenbrühe, bis zu zweieinhalb Zentimeter dick.

Und es stinkt erbärmlich, „dass man praktisch eine Gasmaske braucht“, wie Mark Perry schildert. Perry ist der Direktor der Gesellschaft für Meereskunde in Stuart und hat „so etwas noch nie erlebt“. Algenblüten kämen in der Sommerwärme immer mal wieder vor, sagte er, „aber das hier ist wirklich sehr schlimm“.

Nicht nur in Stuart. Das Algenproblem hat sich in den vergangenen Tagen im Süden Floridas so stark ausgebreitet, dass Gouverneur Rick Scott in drei Bezirken – Martin, St. Lucie und Palm Beach am Atlantik sowie in Lee County an der Golfküste – den Notstand ausgerufen hat. Mehrere Strände sind gesperrt, an Flussmündungen stehen Schilder, die davor warnen, mit der giftigen Brühe in Berührung zu kommen. Hinter der Algenplage steckt laut Perry „ein von Menschen verschuldetes kriminelles Desaster.“

Stuart liegt etwa 60 Kilometer vom Lake Okeechobee entfernt, Floridas größtem Binnensee. Der aber ist verschmutzt mit landwirtschaftlichen Abfallprodukten und verfügt über ein schon fast 80 Jahre altes Dammsystem.  Um nahe gelegene Städte vor neuen Überflutungen zu schützen, wird regelmäßig Wasser aus dem See abgeleitet – in Richtung Osten, also zum Atlantik, und Richtung Westen.  

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel