In Österreich können schwer kranke Menschen ab 2021 Sterbehilfe erhalten.

Österreich erlaubt Beihilfe zum Suizid

Das Parlament in Wien beschloss am Donnerstagabend mit großer Mehrheit gesetzliche Regeln für die Beihilfe zum Suizid. Die Möglichkeit einer Sterbeverfügung - ähnlich einer Patientenverfügung - steht allerdings nur Menschen offen, die dauerhaft schwer krank sind, und unheilbar Kranken.

Aktive Sterbehilfe bleibt in Österreich verboten

Die Neuregelung wurde notwendig, nachdem der Verfassungsgerichtshof das Verbot des assistierten Suizids aufgehoben hatte. Aus Sicht der Richter verstößt dies gegen das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung.

„Sterbeverfügungsgesetz“ in Österreich – Das sind die Vorraussetzungen

Dem neuen „Sterbeverfügungsgesetz“ zufolge müssen vor einer Selbsttötung mehrere Voraussetzungen erfüllt werden:
  • ein Mindestalter von 18 Jahren
  • eine medizinische Diagnose
  • Aufklärungsgespräche mit zwei Ärzten sowie eine mehrwöchige Bedenkzeit
Erst dann dürfen Kranke bei einem Notar oder Patientenanwalt ihre Verfügung aufsetzen. Danach können sie in einer Apotheke ein tödliches Medikament bekommen.
Die regierenden Konservativen (ÖVP) und Grünen unterstützten das Gesetz im Nationalrat ebenso wie die oppositionellen Sozialdemokraten und die liberalen Neos. Nur die rechte FPÖ stimmte nicht zu. Justizministerin Alma Zadic (Grüne) verwies darauf, dass auch Maßnahmen ergriffen würden, um Alternativen zum Suizid zu bieten. Ein Gesetz zum Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung sei in Arbeit. Die Regierung stelle auch mehr Geld zur Vorbeugung vor Suiziden zur Verfügung.