Valparaíso Stadt unter Ascheschicht

MIGUEL SANCHEZ, AFP 15.04.2014
Das verheerende Feuer in der chilenischen Stadt Valparaíso war gestern noch nicht unter Kontrolle. Starker Wind hatte den am Samstag ausgebrochenen Brand immer wieder angefacht. Zwölf Menschen starben.

Die malerische Stadt Valparaíso mit ihren Kopfsteinpflaster-Straßen, steilen Zahnradbahnen und tausenden bunten Häusern aus dem 19. Jahrhundert gehört seit 2003 zum Weltkulturerbe der Unesco - durch die Feuerbrunst der vergangenen Tage sind nun weite Teile der chilenischen Hafenstadt zerstört oder unter Asche begraben. Auch gestern kämpften tausende Feuerwehrleute und Soldaten gegen das Feuer, die Zahl der Todesopfer stieg auf zwölf, tausende Menschen wurden obdachlos.

Der chilenische Verteidigungsminister Jorge Burgos sprach von einem "ständigen Ausnahmezustand". Er äußerte zugleich die Hoffnung, dass die Feuersbrunst innerhalb von 48 bis 72 Stunden unter Kontrolle sein könnte. Durch heftige Windstöße und die brütende Hitze drohten Brandherde immer wieder angefacht zu werden. Die engen Straßen und die hügelige Anlage der Stadt behinderten zudem die Löscharbeiten.

Innenminister Rodrigo Pe·ailillo teilte mit, die Flammen hätten bereits 850 Hektar Land und rund 2000 Häuser zerstört. Mindestens 8000 Menschen wurden obdachlos, weitere 10 000 mussten ihre von der Feuerwalze bedrohten Häuser verlassen.

Besonders betroffen waren die vornehmlich aus Holzhäuschen bestehenden Armenviertel der Stadt, wie Cerro (Hügel) Mariposa oder Cerro La Cruz. "Das Höllenfeuer ist die Hügel heruntergekommen, hat alles vernichtet und mein Haus zerstört. Ich habe alles verloren", sagte die 47-jährige Monica Vergara aus La Cruz. Unentwegt fuhren Lautsprecherwagen durch die Straßen und gaben Adressen von Aufnahmezentren durch. Dort wurden die Obdachlosen mit dem Nötigsten, Kleidung und Lebensmitteln versorgt. Überall roch nach verbranntem Holz. Das historische Zentrum der Stadt blieb - bis gestern jedenfalls - von den Flammen verschont.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet sprach bei einem Besuch im Katastrophengebiet von einer "schrecklichen Tragödie" und dem "schlimmsten Feuer in der Geschichte von Valparaíso". Die Staatschefin sagte wegen der Feuersbrunst eine für heute geplante Reise nach Argentinien ab.

Weltkulturerbe