Vor 25 Jahren spielte sich in der supergeheimen Abteilung des Moskauer Generalstabs, als „Truppenteil 10003“ bekannt, Erstaunliches ab. Die Abteilung, die sich mit parapsychologischer Kriegsführung befasste, erhielt den Befehl, Ankömmlinge aus dem All in der Kysylkum-Wüste in Empfang zu nehmen – vom damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow.

Wie der Ex-Kommandant des Truppenteils 10003, Generalleutnant Alexej Sawin, in einem Interview der „Komsomolskaja Prawda“ enthüllt, hatte der prominente sowjetische Ufologe Mark Milchiker Gorbatschow angeschrieben. Er habe Berichte von seinen Mitarbeitern in Mittelasien erhalten, dass die Landung eines außerirdischen Raumschiffs  bevorstehe. Er habe mit dessen Besatzung über ein Medium Kontakt aufgenommen, so der Ufo-Forscher. Die Ankömmlinge baten um kurzzeitige Notlandung in der Wüste.

Gorbatschow gab den Brief an Verteidigungsminister Dmitri Jasow weiter, und so gelangte der Vorgang zum Chef der Raketenabwehr Iwan Tretjak und dem Parapsychologenchef Sawin, und zwar mit der Anweisung „Empfang sicherstellen“. Kollegen von der Raketenabwehr hätten ihn gebeten, dem Generalstabschef „den Unsinn auszureden“. Sonst werde die ganze Welt über sie lachen, erinnert sich Sawin. Doch vergebens.

Der Einsatz unterlag strengster Geheimhaltung.  Sawin selbst reiste nach Kysylkum. Das Raumschiff wurde gegen zwei Uhr nachts erwartet. Als der Termin verstrich und nichts geschah, wurde gespottet und gewitzelt – nur Ufo-Forscher Milchiker blieb ernst. Die Landung, so erklärte er, blieb aus, weil die Ankömmlinge misstrauisch wurden.

Zu der Frage, wieso sich Gorbatschow auf den „Kontakt“ eingelassen habe, sagt General Sawin, dieser habe sich offenbar geschmeichelt gefühlt, weil die Außerirdischen sich an ihn wandten. Seine Situation war damals politisch prekär. Zwei Monate später erfolgten der Putsch und sein Rücktritt.