Zoo Sorge um Panda-Weibchen in Berlin

Meng Meng zeigt Verhaltensauffälligkeiten.
Meng Meng zeigt Verhaltensauffälligkeiten. © Foto: afp
Maria Neuendorff 14.07.2017

Zweieinhalb Wochen nach ihrer Ankunft im Berliner Zoo zeigt die chinesische Panda-Bärin Meng Meng Verhaltensauffälligkeiten. Während das Männchen Jiao Qing weiter entspannt auf seinem Holz-Thron Bambus knabbert, scheint das Weibchen von innerer Unruhe geplagt und läuft im Rückwärtsgang. Während der Zoo selbst das merkwürdige Verhalten als Marotte abtut, vermuten Tierschützer und Boulevardblätter sogar eine Angststörung.

„Ist Meng Meng plemplem?“ titelte die Bild-Zeitung. Der Zoo reagierte umgehend:. „Es besteht kein Grund zur Sorge“, stellt Zoodirektor Andreas Knieriem klar. Das vierjährige Tier zeige einen gesunden Appetit und normales Schlafverhalten, was für eine stabile psychische Gesundheit spräche. „Wir wünschen uns dennoch, dass diese Marotte nachlässt.“

Seelische Störung wegen des großen Rummels?

Helfen dabei sollen Experten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Biologin Janina Zahmel wird sich Meng Meng in den nächsten Tagen  anschauen. „Man sollte das Problem nicht überbewerten. Aber dennoch ernstnehmen“, sagt die Wissenschaftlerin. Der Rückwärtsgang gehöre zu Verhaltensauffälligkeiten bei Bären in Gefangenschaft. „Das kennt man besonders aus der engen, quälenden Käfighaltung.“

Nun gilt das 5000-QuadratmeterGehege der  Neu-Berliner als vergleichsweise groß und mit seinem Klettergarten als besonders komfortabel. Allerdings sei laut Berliner Zoo der Rückwärtsgang bei Meng Meng erstmals schon während der Quarantäne-Zeit in China beobachtet worden.

Peter Höffner von der Tierschutzorganisation Peta vermutet dennoch eine „seelische Störung“, die eventuell durch den Transport oder den Rummel um die in Deutschland einzigartigen Bären ausgelöst worden sein könnte. „Dass dieses unnatürliche Verhalten so plötzlich auftritt, spricht  für eine Angststörung, ausgelöst durch ein Trauma“, so der Referent für Zoo- und Zirkustiere.