Fake-Science Skandal um unseriöse Fachmagazine - auch Südwesten betroffen

Wissenschaftler an deutschen Unis sind in einen „Fake-Science“-Skandal verwickelt. (Symbolbild)
Wissenschaftler an deutschen Unis sind in einen „Fake-Science“-Skandal verwickelt. (Symbolbild) © Foto: Monika Skolimowska/dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 19.07.2018
Tausende von Wissenschaftlern sind von einem weltweiten Skandal um scheinwissenschaftliche Zeitschriften verwickelt.

Sogenannte "Raubverleger" bieten Veröffentlichungen gegen Geld an. Mehrere tausend deutsche Wissenschaftler sind in einen weltweiten Skandal um scheinwissenschaftliche Zeitschriften verwickelt. Das ergaben Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zusammen mit dem SZ-Magazin und dem SWR. Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse gegen Zahlung oder hoher Gebühren in verfügbaren, scheinwissenschaftlichen Journalen publiziert. Diese Raubverlage stehen im Verdacht, unwissenschaftlich und unseriös zu arbeiten. Betroffen sind auch Forscher aus dem Südwesten.

Seriöse Journale finden

„Wenn sich Wissenschaftler nicht sicher sind ob ein Journal seriös ist können sie an der Uni-Bibliothek um Hilfe bitten“ , sagt Jochen Apel von der Universität Heidelberg. Auch Internetplattformen, auf denen man das richtige Journal für seine Publikation findet sind hilfreich. „Einer der größten Blender auf diesem Feld ist „OMICS“, ein indischer Verlag“, sagt Apel. Dieser Verlag veröffentlicht zahlreiche Fachzeitschriften, die im Verdacht stehen unseriös zu arbeiten. Er gibt an, das vor einer Veröffentlichung eine Qualitätsprüfung, einem so genannten Peer Review durchgeführt wird. Das bedeutet, dass unabhängige Experten die Fachartikel nach deren wissenschaftlichen Ergebnissen prüfen, was beim „OMICS“-Verlag nicht gegeben ist. Gegen "OMICS" läuft bereits ein Gerichtsverfahren in den USA.

Zahlen relativ gering

Laut Apel ist die Zahl der veröffentlichten Artikeln in solchen unseriösen Verlagen sehr gering „Wissenschaftler verfassen an der Uni Heidelberg jedes Jahr mehr als 7000 Artikel, seit 2010 sind insgesamt nur 17 Artikel bei solchen dubiosen Fachverlagen erschienen“, erklärt Jochen Apel weiter.

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