Silvester Silvester: Bräuche, Feuerwerk und Tipps

Guten Rutsch ins neue Jahr!
Guten Rutsch ins neue Jahr! © Foto: dpa
Ulm / Leonie Maschke und dpa 31.12.2017
Wie feiert man Silvester in Spanien, und woher kommt der Wunsch „Guter Rutsch“? Wissenswertes und Tipps zu Silvester.

Egal, wie und ob man Silvester nun feiert: Der Jahreswechsel geht an keinem ganz vorbei. Doch warum feiern wir diesen eigentlich? Wie feiern andere Länder ihn und was hat es mit den Glückwünschen auf sich? Eine Übersicht:

Was hat es mit Silvester auf sich?
Im 16. Jahrhundert wurde der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt. Dieser Tag war schon lange dem heiligen Silvester gewidmet, einem Papst, der im 4. Jahrhundert wirkte. Doch nicht überall wird Silvester am 31. Dezember gefeiert. Beispielsweise richtet sich die russisch-orthodoxe Kirche nach dem julianischen Kalender und nicht nach dem gregorianischen: Weihnachten wird in der Nacht zum 7. Januar, Neujahr ist am 13. Januar. China feiert sein Neujahrsfest dieses Jahr im Februar. Auch orthodoxe Juden oder strenggläubige Muslime feiern ihr neues Jahr an anderen Tagen und nach anderen Kalendern.

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Silvester ist auch kein christliches Fest, sondern ein heidnisches. Die Germanen glaubten, dass sich böse Geister und der Kriegsgott Wotan vor allem in der dunklen Jahreszeit heraustreten. Mit Lärm, Trommeln, Läuten, Feuer und Licht versuchte man, die bösen Geister zu vertreiben. Heutzutage werden natürlich mit dem Feuerwerk keine Unholde mehr vertrieben, sondern das neue Jahr angemessen begrüßt.

Silvesterbräuche weltweit

Schottland
Das schottische Silvester, Hogmanay genannt, wird ausgiebig gefeiert, meist bis zum 2. Januar. Einer der Silvester-Bräuche ist das sogenannte „first-footing“. Unmittelbar nach Mitternacht sollte man der erste sein, der die Türschwelle eines Freundes übertritt. Als Geschenke werden gerne Wihskey, Black Bun (ein Früchtepudding) und Shortbread mitgebracht. Überreichen sollte dies im Idealfall ein großer, gutaussehender, dunkelhaariger Mann.

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Italien
Silvester unterscheidet sich in Italien nicht groß von dem in Deutschland. Mit einer Ausnahme: Sowohl die Frauen als auch die Männer tragen rote Unterwäsche. Das soll Glück für das kommende Jahr bringen.

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Spanien
Zwölf Weintrauben, mit jedem Glockenschlag wird eine gegessen das ist der Brauch in Spanien an Silvester. Dabei sollten alle Trauben vollständig verspeist werden, sonst gibt es Unglück. Der Abend selbst fängt dabei gemütlich mit einem Familienessen an.

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Brasilien
Silvester ist in dem südamerikanischen Land eine warme Angelegenheit und so wird die Feier - sofern ein Meer in der Nähe ist - an den Strand verlegt. Dort werden kleine Schiffchen, beladen mit Alkohol, Süßigkeiten oder Kerzen, ins Meer gesetzt, eine Opfergabe an die Meeresgöttin. Danach hüpfen die Brasilianer selbst ins Wasser. Traditionell springt man über sieben Wellen, damit sieben Wünsche in Erfüllung gehen. Als Silvester-“Tracht“ trägt man weiße Kleidung.

Japan
Auf der Insel ist Silvester eine schon fast lebensgefährliche Angelegenheit. Gründe sind nicht das Feuerwerk oder feiernde Menschen. Nein, es liegt am Essen: Die Japaner essen Mochi, klebrige Reisklößchen, die gerne mal im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken bleiben. Jedes Jahr ersticken Menschen an diesem Essen.

Argentinien
Hier schneit es an Silvester, jedes Jahr. Allerdings handelt es sich dabei um Papierschnee: Die Argentinier zerschneiden alte Akten und Unterlagen und werfen sie zum Fenster hinaus. Damit entledigen sie sich dem Brauch nach von Lasten aus dem alten Jahr.

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Woher kommen die Glückwünsche?
Vor Silvester wünscht man sich ja meist einen „Guten Rutsch“. Hat es damit zu tun, dass es im Dezember und Januar meist kalt, der Boden gefroren ist und man leicht ausrutscht? Nicht im Geringsten: Der „Gute Rutsch“ wurde wahrscheinlich von dem jiddischen Gruß „Guten Rosch“ abgeleitet. „Rosch“ bedeutet Kopf oder Anfang und hat mit Rutschen also nichts zu tun.
Das „Prosit Neujahr“ um Mitternacht wiederum geht auf das Lateinische zurück. Prosit kommt vom Verb „prodesse“, was „nützen“ bedeutet. Gleichzeitig ist es die konjugierte Form des Verbes. Übersetzt heißt es also in etwa „Es möge nützen“.

Wo feiert man Silvester als erstes, wo als letztes?
Auf der Pazifik-Insel Kiritimati können die Menschen 2018 als erstes begrüßen. Sie befindet sich etwa 2160 Kilometer südlich von Honolulu. Als letztes beginnt das neue Jahr unter anderem auf der Howlandinsel und der Bakerinsel. Diese befinden sich zwar in unmittelbarer Nähe der Kiritimati-Insel, liegen aber in einer anderen Zeitzone (Kiritimati: LINT +14. Bakerinsel: AoE -12, ausgehend von der UTC, der Koordinierten Weltzeit. Diese wechselt nicht in die Sommerzeit, das heißt, dass Deutschland sich im Winter eine Stunde vor der der UTC befindet). Allerdings wird auf der Howland und der Bakerinsel nicht gefeiert: Sie sind unbewohnt.
Von Deutschland aus betrachtet bedeutet das also, das Silvester in Kiritimati bereits um 11 Uhr morgens deutscher Zeit stattfindet, auf der Baker- und Howlandinsel am Montag um 13 Uhr.

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Tipps, damit alles gut geht an Silvester

Blindgänger nicht erneut zünden
Wenn Böller nicht funktionieren, sollte man das Abfeuern nicht erneut versuchen. Im Extremfall kann der Blindgänger sonst beim Anfassen explodieren, warnt der Tüv Thüringen. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) empfiehlt in einer solchen Situation, etwa 15 Minuten zu warten und sich erst dann dem Blindgänger zu nähern. Er kommt dann in einen Eimer mit Wasser und anschließend in den Hausmüll. Denn wer sich am Lichterspektakel beteiligt, ist verpflichtet, Böller und Raketen von den Straßen und Gehwegen wieder zu entfernen, wenn sie ausgekühlt sind.

Bei Böllern auf Kennzeichnung achten
Verbraucher kaufen besser nur gekennzeichnete Silvesterböller, um sich und andere nicht in Gefahr zu bringen. „Ein CE-Zeichen ist Pflicht“, erklärt Klaus Gotzen vom Verband der pyrotechnischen Industrie. Hinter dem Zeichen steht eine vierstellige Nummer. Auch das Kürzel F2 ist auf dem Knaller zu sehen.
F2 ist die Feuerwerkskörper-Kategorie, in die Böller und Raketen fallen, die zwischen 29. und 31. Dezember verkauft werden dürfen. Diese Kategorie bedeutet „geringe Gefahr“. Ein weiteres Kennzeichen ist das Siegel der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), bestehend aus den Kürzeln BAM, F2 und einer Zahl.
Wer seine Knaller und Raketen in Supermärkten oder Drogerien kauft, könne fast hundertprozentig sicher sein, dass er geprüfte Produkte bekommt, sagt Gotzen. Von Käufen im Ausland, auf Flohmärkten sowie von fliegenden Händlern rät er dagegen ab.

Einsamen Ort für Hunde suchen

Viele Tiere reagieren auf Raketen und Silvesterböller panisch. Hundehalter können den Angstattacken entgegenwirken, indem sie mit ihrem Vierbeiner an einen ruhigen Ort fahren - zum Beispiel eine Berghütte. Alternativ können sich Halter auch an ihren Tierarzt wenden, der in schlimmen Fällen Beruhigungsmittel verschreiben kann, erklärt die Organisation Aktion Tier. Diese Medikamente probieren Halter am besten schon vor Silvester einmal aus - so können sie sicher sein, dass ihr Tier den Wirkstoff gut verträgt.

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