Bangkok Sicherheitsbändchen für Thailandurlauber

Dorfbewohner beteten nach der Bluttat für die beiden Opfer.
Dorfbewohner beteten nach der Bluttat für die beiden Opfer. © Foto: dpa
FREDERIC SPOHR 02.10.2014
Seit dem Doppelmord auf der Ferieninsel Koh Tao tappt die Polizei im Dunkeln. Die Tourismusministerin regt nun Sicherheitsmaßnahmen an.

Gewalt gefährdet die Tourismusbranche in Thailand. Auch mehr als zwei Wochen nach dem Doppelmord an zwei britischen Touristen auf der Ferieninsel Koh Tao kann die thailändische Polizei keinen Verdächtigen präsentieren.

Um das Image Thailands als sicheres Urlaubsdomizil zu wahren, denkt die Regierung nun über mehrere Sicherheitsmaßnahmen nach. Die Ideen der thailändischen Tourismusministerin Kobkarn Wattanavrangkul wirken mitunter jedoch etwas verzweifelt. Unter anderem denkt die Regierung darüber nach, Touristen mit Armbändern auszustatten. Auf den Bändchen sollen persönliche Daten wie beispielsweise die Passnummer und das Hotel des Touristen vermerkt sein. "Wenn sie nachts lange feiern und dabei zu betrunken werden oder verloren gehen, kann ihnen so einfacher geholfen werden", sagte die Ministerin.

Doch das ist erst der Anfang. Langfristig erwägt die Regierung sogar, Touristen orten zu können. "Der nächste Schritt wäre eine Art elektronischer Sender. Aber das haben wir noch nicht im Detail besprochen", sagte die Ministerin.

Dass den beiden britischen Opfern auf Koh Tao ein solches Bändchen oder Gerät geholfen hätte, ist jedoch fraglich. Mitte September wurde die Leichen der 23-jährigen Frau und des 24-jährigen Mannes an einem Strand der Insel gefunden. Die Polizisten gehen davon aus, dass die Frau von zwei Männern vergewaltigt wurde. Die Polizei hat zwar bereits schon Dutzende DNA-Proben ausgewertet, doch keine passt zu den Spuren am Tatort und der Leiche der Frau.

Die Behörden geraten deswegen zunehmend unter Druck. Die Presse schießt sich immer stärker auf die Ermittler ein. Es kursieren Gerüchte, wonach die mafiösen Strukturen auf der Insel die Ermittlungen behinderten. Ausländische Journalisten berichten, dass Einheimische nicht mit ihnen reden wollen, weil sie Angst vor den mächtigen Clans der Insel haben. Schlagzeilen produziert auch ein junger Brite auf der Insel, der vorgab, von der thailändischen Mafia bedroht worden zu sein. Nachdem er sich eine Nacht in einem Supermarkt versteckte und auf sozialen Medien um Hilfe gerufen hatte, verließ er am nächsten Morgen fluchtartig die Insel.

Noch gibt sich die Polizei allerdings optimistisch, den Mord aufklären zu können. "Die Ermittler brauchen noch Zeit, um ihre Arbeit zu beenden", sagte Thailands stellvertretender Polizeichef Aek Angsananont. "Es könnte aber schon bald gute Neuigkeiten geben". Das versprach die thailändische Polizei in den vergangenen Wochen allerdings schon häufig.