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Mit ungebremsten Fahrspaß ab auf die Straße. Wir haben Tipps für Biker und Autofahrer, wie sie Unfälle miteinander vermeiden.

Der Frühling ist da, die Motorradsaison beginnt. Doch wie viel Schönes im Leben hat auch das Motorradfahren seine Schattenseite. Umso wichtiger ist es, vor und beim Fahren auf gewisse Dinge zu achten – damit es erst gar nicht zum Unfall kommt. Motorradfahrer und Autofahrer können einiges für die Unfallvermeidung tun.

Jedes Jahr verunglücken viele Motorradfahrer auf Bayern Straßen. Jetzt kommt die Saison wieder in Schwung - Anlass für die Polizei, Bikern eine Warnung mit auf den Weg zu geben.

Kleidung und Gefährt checken

Nicht einfach drauf losfahren lautet die Devise. Funktioniert die Technik? Schützt die Kleidung? Stimmt die Fitness? Vor der Fahrt sollten Sie die Bremsen und andere wichtige technische Komponenten testen. Helm, Lederhandschuhe, Motorradstiefel, Jacke und Hose mit Protektoren, Nierengurt und gegebenenfalls ein separater Rückenprotektor machen eine vollständige Schutzkleidung aus. Wer sich fit hält, meistert auch lange Ausfahrten unter ungünstigen Bedingungen. Genügend Pausen und genug essen und viel trinken.

Erst mal warmlaufen

Bevor die Fahrt beginnt, empfiehlt sich eine Warmlaufphase. So können Sie Bewegungs- und Bedienungsabläufe in Ruhe einüben. Auch ein Fahrsicherheitstraining bietet sich an. Besonders das Voll- und Notbremsen erfordert viel Übung. Während der Fahrt ist Konzentration angesagt. Sie sollten nur so schnell fahren, dass Sie noch entspannt und konzentriert sind. So können Sie im Ernstfall schnell und angemessen reagieren. Fotos machen, das Navi programmieren, die Landkarte zücken – dazu sollten Sie an einem sicheren Platz Halt machen.

Vorausschauend fahren

Im Verkehrsgetümmel gibt es Einiges zu beachten. Schaut so weit wie möglich nach vorne, ohne die Details vor euch zu übersehen. Die Blickführung ist beim Motorradfahren sehr wichtig: Wohin der Fahrer schaut, dahin fährt er. Unfallvermeidung hat Priorität. Verzichtet daher auf mögliche Vorrechte im Straßenverkehr, wenn es eurer Sicherheit dient. Haltet euch auf der Fahrspur möglichst rechts, um nicht mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu kollidieren. Links angefahren werden nur Rechtskurven. Überwacht und erahnt die Position der Verkehrsteilnehmer um euch herum; macht euch zugleich gut sichtbar. Kontrastreiche Kleidung und Fahrzeuglackierungen, zudem Scheinwerferlampen mit erhöhter Lichtausbeute helfen dabei. Stellt euch außerdem auch auf unerwartete Ereignisse ein. Bei schlechtem Wetter gilt: Wählt einen fließenden, weichen Fahrstil. Und bleibt euch eurem eigenen Fahrstil treu – auch wenn euch jemand oder etwas provoziert, über eure oder allgemein gültige Grenzen hinauszugehen.

Wenn Motorradfahrer in einer Gruppe unterwegs sind, fahren sie auf geraden Strecken besser leicht versetzt auf ihrer Spur hintereinander.

Vorsicht in Kurven!

Gerade die Kurvenfahrt birgt Gefahren. Daher ist in Kurven eine kontinuierliche Blickführung sehr wichtig. Des Trainings bedarf der schnelle Schräglagenwechsel. Bei mittleren und höheren Geschwindigkeiten sind dafür je nach Maschinentyp und Lenkerbreite entschlossene und kräftige Lenkimpulse erforderlich. Gefährlich wird es, wenn bei Kurvenfahrt und in Schräglage bei Schreckreaktionen Bremsen, Gas und Kupplung falsch bedient werden. Deren Zusammenspiel sollten Sie daher trainieren.

Tipps für Autofahrer

Auch Autofahrer können zur Unfallvermeidung beitragen. Reimund Elbe, Pressesprecher ADAC Württemberg, hält ein paar Tipps bereit. „Gerade ist eine problematische Zeit. Das Wetter schlägt komplett um. Man muss damit rechnen, dass Motorradfahrer unterwegs sind“, sagt er. Zum Teil seien die Biker aber noch nicht so trainiert wie Ende vergangenen Jahres, brauchen noch eine Eingewöhnungszeit. Das sollten sich die Autofahrer bewusst machen.

Eine Gefahr für Autofahrer bestehe darin, die Geschwindigkeit des Motorradfahrers falsch einzuschätzen, sagt Elbe. Autofahrer halten die Biker für langsamer, als sie tatsächlich sind. Die Biker haben aber ein großes Beschleunigungsvermögen. „Im Zweifelsfall sollten die Autofahrer stehen bleiben und die Motorradfahrer vorbeifahren lassen.“ Eine weitere Fehleinschätzung von Autofahrern: Sie denken, der Anhalteweg des Motorrads sei kürzer als beim Auto. „Das ist Quatsch“, sagt Elbe. Zum Anhalten brauche das Motorrad in etwa so lange wie ein Auto.

Doppelt hält besser

Auf keinen Fall sollten man Kurven schneiden. Denn ein Motorradfahrer braucht in Schräglage fast so viel Platz wie ein PKW. „Die kleinste Berührung kann für Motorradfahrer tödliche Folgen haben“, sagt Elbe. Beim Überholen sollten Autofahrer den Sicherheitsabstand einhalten – das gelte übrigens auch für Motorradfahrer. „Man muss respektieren, dass der andere Platz braucht.“ Wegen seines geringen Umfangs sei der Motorradfahrer im toten Winkel nur schwer zu erkennen. Daher an den Schulterblick denken, den Blick in den Rückspiegel und rechtzeitiges Blinken. Wird es unübersichtlich, zum Beispiel an Einmündungen oder Kreuzungen, gilt: „Lieber zwei Mal als ein Mal hingucken.“

(mit ADAC)

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