Fernsehen Seit sechs Tagen keine TV-Quoten

Nürnberg / Philipp Zettler 18.01.2018

In der ARD ist am Sonntagabend wie immer die neueste Folge des „Tatort“ gelaufen. Doch wie viele Zuschauer diesmal vor den TV-Geräten saßen, weiß die ARD nicht. Seit Freitag gibt es die wohl größte technische Panne des Marktforschungsinstituts GfK seit 20 Jahren. Es kommt seit Ende vergangener Woche nicht an die Daten seiner Messgeräte heran, die in 5000 ausgesuchten deutschen Haushalten die TV-Nutzungsdaten sammeln und übermitteln. Davon sind sämtliche Sender im deutschen Fernsehen betroffen.

Eigentlich hätten die technischen Probleme bis Montag behoben sein sollen. Jetzt hofft die GfK, die Leitung bis morgen wieder zum Laufen zu bringen. GfK-Sprecher Kai Hummel versichert, dass die Messdaten nicht verloren seien. Lediglich der Datentransfer von den so genannten TC-Score-Messgeräten sei gestört. Was genau die Probleme verursacht, wollte der Sprecher nicht sagen. Der Fehler sei aber identifiziert und er geht davon aus, dass die GfK „zeitnah die Lieferung der Daten wie gewohnt fortsetzen“ könne.

„Die Speicher der CT-Score-Boxen sind groß, aber begrenzt“, sagt allerdings Camille Zubayr, der Leiter der ARD-Medienforschung. Deswegen hänge die Rettung sämtlicher Daten auch von der Dauer der Panne und der Häufigkeit der TV-Nutzung ab. Denn jeder Senderwechsel werde gespeichert. Zubayr ist allerdings guter Dinge, dass es keine größeren Auswirkungen auf das langfristige Programm habe. Kurzfristige Änderung im TV-Pro­gramm gebe es nicht, versichern die Sprecher von ARD, Pro 7-Sat1-Me­dia und der RTL-Medien­gruppe.

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