Viel grau, dazu einige rosafarbene Streifen und rote Akzente – wäre der Entstehungsgrund nicht so ernst, könnte dieser Schal ohne Probleme als Modeaccessoire durchgehen. So aber sorgt er im sozialen Netzwerk Twitter für Furore.

Denn der Schal ist nicht irgendein Schal, sondern der erste offizielle „Bahn-Verspätungsschal“. Gestrickt hat ihn eine Pendlerin aus dem Münchner Umland. Sie protestiert damit gegen die Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Ganz schön kreativ!

Dabei ging sie, kleiner Strickwitz, immer nach dem gleichen Muster vor: Jeweils zwei Reihen pro Verspätung, grauer Stoff bei fünf Minuten Verzögerung, rosafarbene Wolle bei fünf bis 30 Minuten Verspätung und roter Stoff bei Verspätungen von mehr als 30 Minuten.

Insgesamt strickte die Frau ein Jahr an ihrem Werk. Nun hat ihre Tochter den Schal auf Twitter veröffentlicht. Das ebenso faszinierende wie ernüchternde Ergebnis: sechs Knäuel verstrickte Wolle.

Zwei Stunden statt 40 Minuten

Neben dem Bild lieferte die Twitter-Nutzerin auch gleich Erklärungen für die auffälligen Stellen im Muster des Schals. So sei der dicke rote Abschnitt in der Mitte dem Schienenersatzverkehr in München während der Sommerferien geschuldet. „Da hat sie pro Fahrt nicht mehr 40 Minuten gebraucht, sondern zwei Stunden“, schreibt sie in dem Tweet.

Und auch zum Jahresende habe sich die Pendlerin oft gedulden müssen. Der Gründe dafür seien „Türstörungen, Weichenstörungen und verspätete Folgezüge“.

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