Stuttgart Sechs Jahre nach Reitunfall muss Kamelführer zahlen

Stuttgart / DPA 11.06.2018

Sechs Jahre nach einem Reitunfall mit zwei Kamelen im Kreis Sigmaringen muss der Besitzer der Tiere einer verletzten Frau Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen. Das Oberlandesgericht wies die Berufung des Inhabers eines Kamelhofs gegen ein Urteil des Landgerichts Hechingen zurück, wie es am Montag mitteilte. Die Revision ist nicht zugelassen.

Zwei Frauen waren während eines Kamelritts im September 2012 teils schwer verletzt worden. Der Inhaber des Kamelhofs ging laut OLG zwischen den Kamelen und führte sie an einer Kette. In einem Wohngebiet erschreckten zwei bellende Hunde die Kamele, die durchgingen und die Frauen abwarfen. Die damals 27 Jahre alte Klägerin fiel aus einer Sitzhöhe von 1,87 Metern auf den Boden und erlitt Kopfverletzungen.

Das Landgericht sprach ihr ein Schmerzensgeld von 70 000 Euro zu. Der Tierführer habe bei der Beaufsichtigung der Kamele nicht die notwendige Sorgfalt walten lassen. Gleich einem Fahrzeuglenker sei er für die Sicherheit der Reiterin verantwortlich, die das Tier nicht selbst lenkte. Er hätte nicht allein beide Tiere führen dürfen. Für Verdienstausfall steht der Frau Schadenersatz von 21 000 Euro zu.

Oberlandesgericht

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel