Justiz Schweizer Polizei prüft neuen Vergewaltigungsvorwurf gegen Polanski

Roman Polanski steht erneut unter Verdacht.
Roman Polanski steht erneut unter Verdacht. © Foto: dpa
Genf / AFP 05.10.2017

Neue Vergewaltigungsanzeige gegen Regisseur Roman Polanski (84): Laut Staatsanwaltschaft St. Gallen beschuldigt eine gebürtige Münchnerin ihn, sie als 15-Jährige 1972 in Gstaad (Schweiz) vergewaltigt zu haben. Der „New York Times“ sagte sie, sie habe sich erst jetzt gemeldet, weil ihre Eltern nun nicht mehr lebten. Sie sei Polanski begegnet, als sie in München als Model gearbeitet habe. Polanski habe angedeutet, sie für einen Film engagieren zu wollen. Deshalb sei sie mit Erlaubnis ihrer Eltern zu ihm nach Gstaad gereist. Dort habe er sie im Schlafzimmer vergewaltigt.

Die ehemalige Schauspielerin, die auch Rollen in deutschen Serien hatte, hat die Klage in St. Gallen eingereicht. Laut einem Justizsprecher wird zunächst geprüft, ob die Tat verjährt ist.

Die US-Justiz ermittelt seit 40 Jahren gegen Polanski. Er hatte 1977 zugegeben, mit einer 13-Jährigen Sex gehabt zu haben, will sie aber nicht vergewaltigt haben. 1978 floh er aus Angst vor einer Haftstrafe kurz vor dem Urteil nach Frankreich. Er betrat nie wieder die USA. Trotz der Bitte seines Opfers um Einstellung des Prozesses verfolgt die US-Justiz den Fall weiter.