Monarchie Schwedens Kronprinzessin Victoria wird 40

Schwedens Kronprinzessin Victoria feiert am Freitag ihren 40. Geburtstag.
Schwedens Kronprinzessin Victoria feiert am Freitag ihren 40. Geburtstag. © Foto: dpa
André Anwar 14.07.2017

Über ihren Geburtstag scherzte Schwedens Kronprinzessin Victoria: „Ich hatte eigentlich den Plan, meinen 40. unbemerkt passieren zu lassen, aber daraus wird wohl nichts.“ Genau. Am Freitag wird am Stockholmer Schloss groß gefeiert, mit Dankgottesdienst, Salutschüssen und einer Kutschfahrt mit dem Ehemann Prinz Daniel (43) und den zwei Kindern Prinzessin Estelle (5) und Prinz Oskar (1). Am Abend und morgen geht es auf der Insel Öland weiter.

Victorias Leben ist alles andere als reibungslos verlaufen. Doch gerade das lieben die Untertanen, bei denen die zukünftige Königin Victoria schon heute viel beliebter ist als König Carl XVI. Gustaf (71), der im Volk wegen Untreueskandalen in Ungnade gefallen ist. Bei ihrer Geburt 1977 war eine weibliche Thronfolgerin noch nicht erlaubt. Erst eine Grundgesetzänderung machte die Prinzessin 1980 zur Kronprinzessin.

Ihre Legasthenie, an der auch der König leidet, hat ihr den Schulgang schwer gemacht. „Wenn man die Hilfe nicht frühzeitig bekommt, isst es das Selbstwertgefühl auf“, sagte sie kürzlich im Fernsehsender TV4. „Es gibt viele Techniken, um damit klarzukommen, aber das hat viel extra Schufterei beinhaltet. Richtig nervige Aufgaben, so dass man mit den Augen rollt.“

Schon als junges Mädchen hatte sie sich zudem die Rolle der „Extra-Mama“ für ihre Geschwister aufgeladen, wie sie heute sagt. So brachte sie der Schwester Madeleine (35) das Lesen noch vor der Einschulung bei.

Magersucht besiegt

Als Jugendliche wurde Victoria erbarmungslos von der schwedischen Klatschpresse verfolgt. Dennoch wollten König Carl Gustaf und Königin Silvia (73) sie nicht in Internaten verstecken. „Der König sagte, er möchte gern, dass seine Kinder Kinder sein dürfen“, sagte Elisabeth Tarras-Wahlberg, die seit 1976 für den König gearbeitet hat, unserer Zeitung: möglichst natürlich, mit normalen Freunden, in normalen Schulen.

Doch der Druck auf Victoria wuchs. 1997 wurde bekannt, dass sie an Magersucht litt. „Wir fuhren damals mit ihr Bahn, ich lief hinter ihr und bemerkte da das erste Mal, wie schmal sie geworden war“, erinnert sich Tarras-Wahlberg. Zwei Jahre wurde Victoria zur Therapie und Kursen an der Elitehochschule Yale in die USA geschickt. Dort erkannte sie kaum jemand, sie wurde in Ruhe gelassen, lernte sich selbst so zu lieben, wie sie ist, und ihren Perfektionsdrang zu zügeln.

Zurück in Stockholm ging sie in ein Fitnessstudio. Der Fitnesslehrer Daniel Westling gab ihr Halt, zunächst als Freund, 2001 wurde er zu ihrer großen Liebe. Die beiden sind heute ein beliebtes Paar mit modernen Werten.

Eine Bewährungsprobe hat Victoria schon gemeistert. Nach dem Terroranschlag in Stockholm im April musste sie für den Vater als Staatschefin einspringen. „Ich fühle eine enorme Trauer und Leere, aber auch eine enorme Stärke“, sagte sie völlig unvorbereitet am Anschlagsort und tröstete damit die schockierte Nation.