In einer Kleinstadt in Südschweden hat ein Mann mehrere Menschen mit einer Waffe angegriffen und verletzt. Das sagte der lokale Polizeichef Jonas Lindell am Abend auf einer Pressekonferenz. Von den sieben Verletzten schweben nach Behördenangaben drei in Lebensgefahr.

War es ein Terrorakt?

Es werde nun dahingehend ermittelt, ob es ein mögliches Terrormotiv gebe, sagte die Polizeichefin der Region Jönköping, Malena Grann. Darauf deuteten bestimmte Details hin, die sie jedoch nicht genauer nennen könne. Man arbeite eng mit der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo zusammen. Es gebe keine Anzeichen für weitere Täter. Die Polizei steht nach eigenen Angaben auch mit dem schwedischen Geheimdienst in Kontakt.
Die Polizei hat den Angreifer in Vetlanda, rund 270 Kilometer südwestlich von Stockholm, festgenommen. Bei der Festnahme wurde der Täter durch Schüsse der Polizei verletzt. Er wird nun ebenfalls im Krankenhaus behandelt. Über die Schwere seiner Verletzungen war zunächst nicht bekannt. Die Polizei geht nach eigenen Angaben aber davon aus, ihn bald verhören zu können.
Polizisten leuchten mit einer Taschenlampe und fotografieren den Boden nach dem Angriff auf mehrere Menschen in Vetlanda. Bei der Tat in Vetlanda rund 270 Kilometer südwestlich von Stockholm hatte ein Mann eine Reihe von Menschen mutmaßlich mit einer Stichwaffe angegriffen.
Polizisten leuchten mit einer Taschenlampe und fotografieren den Boden nach dem Angriff auf mehrere Menschen in Vetlanda. Bei der Tat in Vetlanda rund 270 Kilometer südwestlich von Stockholm hatte ein Mann eine Reihe von Menschen mutmaßlich mit einer Stichwaffe angegriffen.
© Foto: Mikael Fritzon/DPA

Was war das Motiv des mutmaßlichen Täters?

Viele Fragen blieben am Abend offen, darunter das Motiv und der genaue Handelsverlauf der Tat. Bisherigen Polizeierkenntnisse zufolge hat der Mann - mutmaßlich ein Einzeltäter im Alter von 20 bis 30 Jahren, der aus der Gegend stammt - eine Reihe von Menschen an insgesamt fünf verschiedenen Tatorten mit einer Art von Stichwaffe angegriffen. Um was für eine Waffe es sich handelte, gab die Polizei noch nicht bekannt.

Das sagt der schwedische Ministerpräsident Löfven

„Ich verurteile diese furchtbare Gewalt“, erklärte der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven am Abend auf Facebook. Er sei in Gedanken bei denjenigen, die in Vetlanda verletzt worden seien. „Wir werden daran erinnert, wie zerbrechlich unsere sichere Existenz ist“, schrieb der Regierungschef. Sollten neue Sicherheitsmaßnahmen nötig sein, werde die Regierung diese ergreifen.

Was weiß man über den Verdächtigen?

Der Verdächtige sei ein 22-jähriger Afghane, der 2018 nach Schweden gekommen sei, berichteten schwedische Medien am Donnerstag. Er wohnte demnach in der Region und war bei der Polizei bereits wegen geringfügiger Vergehen wie Drogendelikten bekannt.

Wie ist die Lage in Schweden?

Die Sicherheitsdienste in Schweden stufen die Terrorgefahr in dem skandinavischen Land als hoch ein. In den vergangenen Jahren gab es bereits zwei Anschläge. 2017 raste ein Mann in Stockholm mit einem Lastwagen durch eine Einkaufsstraße und überfuhr Passanten. Fünf Menschen starben. Die Polizei nahm den 39-jährigen Täter fest, der mutmaßliche Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestand die Tat.
2010 verübte ein Mann einen Selbstmordanschlag mit einer Bombe im Zentrum Stockholms, mehrere Menschen wurden dabei leicht verletzt.