Raub Schweden sucht die Kronjuwelen

Die Kronjuwelen von Karl IX. und seiner Frau. Die Kronen und der Reichsapfel wurden gestohlen.
Die Kronjuwelen von Karl IX. und seiner Frau. Die Kronen und der Reichsapfel wurden gestohlen. © Foto: Handout/Politie Zweden/dpa
Stockholm / André Anwar 02.08.2018

„Bislang fehlt uns jede Spur von den Dieben. Sie können sich ins Ausland abgesetzt haben oder sich in Schweden versteckt halten. Aber die Kronjuwelen zu verkaufen, dürfte so gut wie unmöglich sein“, sagte Stefan Dangardt von der schwedischen Polizei der SÜDWEST PRESSE am Mittwoch.

Mindestens zwei Diebe haben nach Angaben von Augenzeugen am Dienstag kurz vor 12 Uhr in der Domkirche zu Strängnäs sehr bedeutende schwedische Kronjuwelen mitgehen lassen, die eigentlich in alarmgesicherten Glasvitrinen aufbewahrt gewesen waren.

Die Diebesbande soll nach dem Bruch mit den goldenen Kostbarkeiten zum Mälarsee gerannt sein, von wo sie mit einem offenen Motorboot flüchtete. Die Polizei fahndet nach mindestens zwei Männern. Einer soll etwa 180 Zentimeter groß sein, schlank und eine beige Jacke sowie dunkle lange Hosen getragen haben. Der andere soll etwas kleiner aber muskulöser sein, mit dunkler Jacke, dunklem Haar oder einer dunklen Kappe auf dem Kopf bekleidet.

Im Land nicht verkäuflich

Bei den historischen Kronjuwelen handelt es sich um zwei prunkvolle Kronen und einen Reichsapfel aus dem frühen 17. Jahrhundert. Eine der beiden Kronen und der Reichsapfel waren für die Beerdigung von König Karl IX. hergestellt worden, die zweite Krone für die zweite Ehefrau von Karl IX., Königin Christine. Alle drei gestohlenen Gegenstände sollen bei der Beerdigung König Karl IX. im Jahr 1611 beigelegt worden sein.

Bei dem Diebstahl soll allerdings niemand bedroht worden oder gar zu Schaden gekommen sein, sagte Catharina Fröjd von der Domkirche der Lokalzeitung „Eskilstuna Kuriren“. Die Kronjuwelen seien jedenfalls so wertvoll, dass sie kaum in Geld aufgewogen werden könnten, hieß es von seiten der Domkirche. „Das sind einzigartige Gegenstände, wohlbekannt und nicht verkäuflich in Schweden und vermutlich auch nicht international“, vermutet auch Christofer Lundgren, der Dompropst von Strängnäs.

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