Glosse Schöner gedenken

Das Adressschild am Thomas-Mann-Haus an der Einfahrt des Anwesens in Santa Monica, USA.
Das Adressschild am Thomas-Mann-Haus an der Einfahrt des Anwesens in Santa Monica, USA. © Foto: Barbara Munker/dpa
Guido Bohsem 19.06.2018

Wahrscheinlich gibt es weniger Menschen, die „Doktor Faustus“ gelesen haben, als Deutsche, die am späten Sonntagnachmittag auf ihrer Fernbedienung die ARD gewählt haben, um sich „Das Traumhotel“ anzusehen, das sich um den Besuch eines Luxusresorts in Malaysia drehte, in dem ein attraktiver Weltenbummler eine alleinerziehende Mutter vor dem Bankrott rettet, während dort gleichzeitig ein Unternehmer mit seiner Assistentin logiert, die für ihn  – wie er beinahe zu spät bemerkt – mehr empfindet als rein berufliches Interesse. Wer jetzt noch liest und schon mal Thomas Mann gelesen hat, weiß natürlich, dass es um die Thomas-Mann-Villa im kalifornischen Santa Monica geht.

Die hat die Bundesrepublik vor ein paar Jahren gekauft und saniert. Ansonsten wäre es – wie die Regierung beinahe zu spät bemerkte – abgerissen worden. Jetzt dürfen Stipendiaten darin wohnen.

Das muss Schule machen. Unbedingt müssen weiter Objekte gekauft werden, in denen berühmte Deutsche tolle Sachen in schöner Umgebung gemacht haben.

Ganz oben stünde da das brasilianische Campo Bahia, wo Jogi Löw mal wohnte. Und natürlich müssen wir die ISS erstehen, wo Astro_Alex gerade rumschwebt. Dorthin kommen die Spieler, die – wie Löw zu spät bemerkte – unmotiviert ins Mannschaftsquartier nach Watutinki (kaufen wir nicht) gefahren sind.

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