Haaksbergen Schock nach Unfall mit Monster-Truck in den Niederlanden

Kurz nach dem Stunt raste der Monster-Truck mit den riesigen Rädern in die Menge.
Kurz nach dem Stunt raste der Monster-Truck mit den riesigen Rädern in die Menge. © Foto: dpa
ANNETTE BIRSCHEL, DPA 30.09.2014
Ein Monster-Truck rast in den Niederlanden nach einem Stunt ins Publikum: Drei Tote und 23 Verletzte. Nun kommen Vorwürfe gegen die Behörden auf.

Es hätte ein fröhliches Dorffest sein sollen - und endete in Panik. Drei Tote, fünf Schwer- und 18 Leichtverletzte sind zu beklagen. Unter den Toten ist ein Kind. Fünf Menschen lagen gestern Vormittag noch in kritischem Zustand in den Krankenhäusern. Diese traurige Bilanz einer Autoshow hat gestern der Bürgermeister im niederländischen Haaksbergen, Hans Gerritsen, gezogen.

In dem Ort nahe der deutschen Grenze war am Sonntag ein Monster-Truck nach seinem Stunt plötzlich in die Menschenmenge gerast. "Wie konnte das passieren?", fragen sich die Niederländer am Tag nach dem verheerenden Unfall. Auch gegen die Behörden werden nun erste Vorwürfe laut.

Die Kleinstadt Haaksbergen ist in tiefem Schock. Auf dem Platz des Unglücks legen Menschen Blumen nieder, andere tragen sich in die Kondolenzliste im Rathaus ein. Zuschauer hatten die Szene gefilmt, es sind schockierende Bilder.

Gegen 16 Uhr war der schwarze Pick-up vorgefahren. Auf dem Platz drehte er ein paar Runden und walzte dann mit seinen gigantischen Rädern über sechs in einer Reihe aufgestellte Autowracks. Doch dann fliegt er plötzlich aus der Kurve und rast direkt in die Menschenmenge.

Zuvor waren bei strahlendem Nachsommerwetter Hunderte auf den Platz geströmt. "Die kleinsten Kinder standen ganz vorn", sagte der Augenzeuge Fred Lassche gegenüber Reportern, "um ja nichts zu verpassen". Der Platz war zu klein, das hatte schon der Moderator der Show festgestellt. "Es ist hier zwar etwas eng", rief er munter nur wenige Augenblicke vor dem fatalen Unglück, "aber wir tun es trotzdem."

"Warum hat er nicht gebremst?", fragte der Kfz-Mechaniker Bennie Bouwmeester im niederländischen Radio. Der Stunt-Wagen fuhr seiner Einschätzung zufolge höchstens 30 Kilometer pro Stunde. Doch wer die gigantischen Räder des "MonsterTrucks" sieht, kann sich die schlimmen Folgen vorstellen.

Die Ermittlungen werden noch Tage dauern, teilte die Polizei mit. An der Unglücksstelle werden Spuren gesichert. Der schwarze, 1500 PS starke Truck wurde abgeschleppt. Er wird auf mögliches technisches Versagen untersucht.

Entscheidend könnte auch die Aussage des Fahrers sein. Er wurde unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung vorläufig festgenommen. Der Profi-Fahrer sei "total fertig", sagte sein Anwalt dem Radio. "Er hat ein Kind unter den Rädern gesehen."

Fahrlässigkeit werfen viele aber auch den Behörden vor. Die Sicherheitsvorkehrungen seien lächerlich gewesen, sagen Zeugen. Die Zuschauer standen in nur etwa 30 Metern Abstand um den Parcours herum. Nach den Richtlinien der internationalen Monster Truck Racing Association aber müssen Zuschauer mindestens 45 Meter entfernt stehen. Außerdem darf sich in der Fahrtrichtung der Monster-Trucks niemand aufhalten.