Das Schloss Bellevue steht am Rande des Berliner Bezirks Tiergarten, umgeben von einem weitläufigen Park, der an das Spreeufer grenzt. Schon der erste Bundespräsident Theodor Heuss hatte als Zeichen für das politische Ziel der Wiedervereinigung Deutschlands einen Amtssitz an der Spree bezogen.

Das Schloss wurde 1785 von Prinz Ferdinand von Preußen nach Plänen von Michael Philipp Boumann errichtet. Seinen Namen „Bellevue“ verdankt die Anlage dem Ausblick in die umliegende Parklandschaft. Die Architekten verbanden den diese mit Aussichtspunkten nach Charlottenburg, nach Südwesten und über die Spree.

1928 ging das Schloss vom Haus Hohenzollern in das Eigentum Preußens über. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Gebäude teilweise für Propagandazwecke genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau stark beschädigt und von 1955 bis 1959 wieder aufgebaut.

Als einziger Bundespräsident bezog Roman Herzog auch privat Quartier in Schloss Bellevue. Seit der Amtszeit von Johannes Rau wohnt das Staatsoberhaupt in einer Dienstvilla im Südwesten Berlins. 2004/5 wurde die im Schloss befindliche Präsidentenwohnung zu Arbeitsräumen umgebaut.

Die Villa Hammerschmidt in Bonn ist seit 1950 Amtssitz des Bundespräsidenten. Der Bau am Rheinufer liegt im Zentrum der alten Bundeshauptstadt. Mehr als 40 Jahre lang war die Villa erster Amtssitz des Bundespräsidenten.  Über dessen Verlegung nach Berlin entschied 1994 das damalige Staatsoberhaupt Richard von Weizsäcker.

Die Villa wurde um 1860 nach den Plänen des Bonner Architekten August Diekhoff erbaut und bis 1878 mehrfach umgestaltet. Bis heute ist dieses Erscheinungsbild – dazu zählt ein 50.000 Quadratmeter großer Landschaftspark – im Wesentlichen erhalten geblieben.

1899 erwarb der Geheime Kommerzienrat Rudolf Hammerschmidt, der in der Baumwollindustrie zu einem Vermögen gekommen war, das Haus mit Grundstück. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den die Villa unbeschadet überstand, wurde sie von den alliierten Besatzungsmächten beschlagnahmt.

Am 5. April 1950 übernahm die Bundesrepublik Deutschland die Immobilie von den Erben Rudolf Hammerschmidts. Der Bundestag bestimmte das Haus zum Amtssitz des deutschen Staatsoberhauptes. Als erster Bundespräsident nahm Theodor Heuss Ende 1950 seinen Amts- und Wohnsitz in der Villa. Nach Heuss nutzten Heinrich Lübke, Gustav Heinemann, Walter Scheel, Carl Carstens, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog das Anwesen dienstlich und teilweise auch privat.

Der zweite Amtssitz des Bundespräsidenten ist heute ein Ort für Begegnungen, Veranstaltungen – etwa für Gespräche des Staatsoberhaupts mit Gästen aus dem In- und Ausland.

Protokollchef im Schloss Bellevue