„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“, wissen wir spätestens seit dem Operetten-Film „Die Drei von der Tankstelle“ aus dem Jahre 1930. Nicht an der Zapfsäule, sondern in Uganda, genauer im Budongo-Wald, hat jetzt  das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie den Beweis erbracht, dass der Schlager auch im Reich der Menschenaffen ein Hit sein könnte. Es fand heraus: Schimpansen sind weit weniger gestresst, wenn sie enge soziale Bindungen pflegen. Wer also in Konfliktsituationen oder bei der Fellpflege oder beim Schläfchen in der Baumkrone einen Vertrauten an der Seite hat, lebt gesünder, womöglich auch länger. Voraussetzung: Nicht irgendein Affe aus der Gruppe ist da mit von der Partie, sondern ein echter Freund, wozu auch die Familie zählen kann.

Der Zusammenhang zwischen sozialer Bindung und Gesundheit  verwundert kaum. Nur: „Welche Mechanismen das ermöglichen, blieb lange unklar“, sagt Roman Wittig vom Forscherteam. Mit seinen Kollegen ging er dieser Frage auf den Grund, im Urin der Affen. Darin wurde der Stresshormonspiegel bestimmt, abhängig vom Sozialverhalten. Das Ergebnis: Die Unterstützung durch Freunde, egal welchen Geschlechts, sorgt für ein gesundes Gleichgewicht.

Dass dies auch für den Menschen relevant sein kann, versteht sich von selbst. Die Forscher glauben jedenfalls fest daran. Ein Freund ist halt immer noch die beste Medizin, oder auch „der größte Schatz, den‘s gibt“. Tanja Wolter