Tierschutz Schimpanse Robby darf im Zirkus bleiben

Klaus Köhler, Direktor des Zirkus „Belly“, liegt in einer Hängematte während Schimpanse „Robby“ ihn schaukelt
Klaus Köhler, Direktor des Zirkus „Belly“, liegt in einer Hängematte während Schimpanse „Robby“ ihn schaukelt © Foto: Carmen Jaspersen
Visselhövede/Lüneburg / DPA 08.11.2018

Der Zirkus-Schimpanse Robby soll seinen Lebensabend nicht mit Artgenossen, sondern unter Menschen im Zirkus verbringen. Das hat das niedersächsische Oberverwaltungsgericht am Donnerstag entschieden. Der Besitzer des bundesweit wohl letzten Menschenaffen in einem Zirkus muss damit das seit über 40 Jahren bei ihm lebende Menschenaffen-Männchen nicht an eine entsprechende, auf die Resozialisierung von Schimpansen spezialisierte Einrichtung abgeben. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu. Der Zirkusbetreiber hatte gegen die vom Kreis Celle bereits im Herbst 2015 angeordnete Abgabe des Affen Klage eingereicht (Aktenzeichen: 11 LB 34/18).

Das Verwaltungsgericht der Stadt hatte im Frühjahr 2017 entschieden, dass Robby in einer Auffangstation für gequälte Primaten das Leben unter Artgenossen lernen soll. Dagegen legte der Zirkusdirektor Klaus Köhler Berufung ein.

„Robby ist mein siebtes Kind, er gehört zur Familie“, sagte Köhler der Deutschen Presse-Agentur im niedersächsischen Visselhövede. „Wir beschäftigen uns vier Stunden am Tag mit ihm.“

Nach Überzeugung des 70-Jährigen würde eine Umsiedlung des betagten Affen seinen Tod bedeuten. Mit einem Eilantrag hatte er erreicht, dass der etwa 47-jährige Schimpanse so lange im Zirkus bleiben darf, bis das Berufungsverfahren entschieden ist.

Die Tierrechtsorganisation Peta hatte 2011 eine Kampagne mit dem Motto „Rettet Robby“ gestartet. Der Affe habe ein trauriges Leben und nie adäquate Sozialpartner gehabt, sagte Yvonne Würz, Peta-Fachreferentin für Zoo und Zirkus. „Wir hoffen, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts am 8. November bestätigt wird.“

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