Salman Rushdie ist eines der wichtigsten Schriftsteller der englischsprachigen Welt. Mit seinen Büchern hat er aber auch schon für Kontroverse gesorgt: Sein Roman „Die satanischen Verse“ aus dem Jahr 1988 hat sogar dazu geführt, dass der iranischen Staatschef den Schriftsteller zu Tode verurteilte – und die islamische Welt zur Vollstreckung des Urteils aufrief. Am 12. August 2022 wurde Salman Rushdie während einer Lesung in den Hals gestochen.

Bücher, Familie, Herkunft – das ist Salman Rushdie

  • Name: Ahmed Salman Rushdie
  • Geburtstag: 19. Juni 1947
  • Alter: 75
  • Geburtsort: Bombay, heute Mumbai
  • Wohnort: New York, USA
  • Eltern: Anis Ahmed Rushdie (Geschäftsmann und Anwalt) und Negin Bhatt (Lehrerin)
  • Geschwister: drei Schwestern
  • Studium: Geschichte
  • Beruf: Schriftsteller und Autor
  • Ehefrauen: Clarissa Luard (1976 bis 1987), Marianne Wiggins (1988 bis 1993), Elizabeth West (1997 bis 2004), Padma Lakshmi (2004 bis 2007)
  • Kinder: zwei Söhne: Zafar (*1979) und Milan (1997)
  • Bücher (Auswahl): Mitternachtskinder,dDie Satanischen Verse, Harun und das Meer der Geschichten, Wut, Quichotte

Salman Rushdie bei Lesung verletzt

Der Autor Salman Rushdie ist bei einem Angriff im US-Bundesstaat New York Polizeiangaben zufolge am Hals verletzt worden. Der Täter sei am Freitag, den 12. August in der Veranstaltungshalle im Ort Chautauqua festgenommen worden, teilte die New Yorker Polizei mit. Um 11.00 Uhr vormittags (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) „rannte der männliche Verdächtige auf die Bühne und griff Rushdie und einen Interviewer an“, hieß es. Der 75-jährige Schriftsteller sei mit einem Hubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden. Nach dem Messerangriff auf Salman Rushdie soll der britisch-indische Autor auf dem Wege der Besserung sein. Berichten zufolge wird er nicht mehr künstlich beatmet. Am Samstag (Ortszeit) habe er bereits wieder sprechen können, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf seinen Literaturagenten Andrew Wylie.
Die „New York Times“ zitierte eine Zeugin: „Es gab nur einen Angreifer“. Und weiter: „Er war schwarz gekleidet. Er hatte ein loses schwarzes Kleidungsstück an. Er rannte blitzschnell auf ihn zu.“ Polizei und medizinische Einsatzkräfte seien zu dem Veranstaltungshaus im Ort Chautauqua gerufen worden, bestätigte die Polizei.

Fatwa um „Die satanischen Verse“: Die Geschichte dahinter

Wegen seines Werks „Die satanischen Verse“ (1988) war Rushdie einst mit einer Fatwa belegt worden, die zu seiner Tötung aufforderte. Das Buch behandelt unter anderem eine fiktive Version des Propheten Mohammed. Einige Muslime fühlten sich durch das Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt. Irans Revolutionsführer Ajatollah Khomeini erließ ein islamisches Rechtsgutachten, das zur Tötung Rushdies und all derer aufrief, die an der Verbreitung des Buches beteiligt waren. Ein japanischer Übersetzer wurde später tatsächlich getötet. Rushdie musste untertauchen, erhielt Polizeischutz.
Nach Angaben seines Verlags aus dem vergangenen Jahr hätte die Fatwa des Ajatollahs für Rushdie inzwischen aber längst keine Bedeutung mehr. Er sei nicht mehr eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit und brauche auch keine Bodyguards mehr. Die Jahre des Versteckens gingen jedoch nicht spurlos an ihm vorüber. Er verarbeitete diese Zeit in der nach seinem Aliasnamen benannten Autobiografie „Joseph Anton“ aus dem Jahr 2012.

Lebenslauf und Karriere von Salman Rushdie

Geboren wurde Rushdie im Jahr der indischen Unabhängigkeit 1947 in der Metropole Mumbai (damals Bombay). Sein Vater war Anwalt und später Geschäftsmann, seine Mutter war eine Lehrerin. Er studierte später Geschichte am King's College in Cambridge. Seinen Durchbruch als Autor hatte er mit dem Buch „Mitternachtskinder“ („Midnight's Children“), das 1981 mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet wurde. Seitdem gehört er zu den renomiertesten Schriftstellern der englischsprachigen Welt.

Salman Rushdie privat: Vier Ehefrauen und zwei Kinder

Salman Rushdie hat in seinem Leben bisher vier mal geheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau, Clarissa Laurd, hat er einen Sohn, Zafar, der 1979 zur Welt kam. Seine zweite Frau, Marianne Wiggins, ist selbst Schriftstellerin. Seine dritte Ehefrau, Elizabeth West, brachte den Sohn Milan 1997 zur Welt. Zuletzt war er mit der indisch-amerikanischen Moderatorin Padma Lakshmi verheiratet. Diese Ehe endete 2007.
Salman Rushdie und Padma Lakshmi 2006.
Salman Rushdie und Padma Lakshmi 2006.
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