Glosse Sag mir, wie Du gehst …

Eine Überwachungskamera moderner Bauart.
Eine Überwachungskamera moderner Bauart. © Foto: Paul Zinken/dpa
Berlin / Günther Marx 09.11.2018

Am Fingerabdruck, an der Iris, am Gebiss, am biometrisch vermessenen Gesicht – daran lässt sich ein Menschen eindeutig identifizieren. Den chinesischen Behörden aber reicht das nicht. Sie wollen, wenn ihre Überwachungskameras schon nicht in alle Gesichter schauen können, den – verdächtigen – Menschen schon an seinem Gang erkennen.

Wer schlurft denn da über den Platz des Himmlischen Friedens? Treibt sich in auffällig-unauffälliger Weise an der Supermarktkasse herum? Eine Baseball-Mütze, tief in die Stirn gezogen, nützt als Camouflage jetzt gar nichts mehr.

 Mittels einer neuen Software, die scannt, wie ein Mensch sich bewegt, hat dieser sich fast schon verraten. Dann wird der Gang einem Gesicht zugeordnet, und die Polizei weiß Bescheid. Hat alles unter Kontrolle, schaut weiter zu oder schickt möglicherweise gleich das Sonderkommando. Angeblich ist des Menschen Schritt und Tritt ebenso unverwechselbar und unverstellbar wie die bisherigen klassischen Erkennungsmerkmale. Was zu beweisen wäre. Monty Python, übernehmen sie!

Die britische Comedy-Truppe hatte einst ein Ministery of Silly Walks erfunden – ein Ministerium für alberne Gangarten. Dessen Mitarbeiter müssten eigentlich jede noch so ausgefeilte Software zum Absturz bringen. 

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