Bergbau Riesiger Goldfund bringt Leben ins Outback

Millionen wert: die beiden Goldbrocken aus Kambalda.
Millionen wert: die beiden Goldbrocken aus Kambalda. © Foto: CNW Group/RNC Minerals
Kambalda / Barbara Barkhausen 13.09.2018

Binnen weniger Tage haben Bergleute bei Kambalda, einer abgelegenen (Outback) Gemeinde in Australien, Gold im Wert von 15 Millionen Dollar aus der Erde geholt. Darunter waren zwei riesige Goldbrocken, die Geologen als „einmaligen Fund“ bezeichnen.

Zum letzten Mal war Kambalda, das 630 Kilometer östlich von Perth liegt, im Juli in den Nachrichten gewesen. Damals berichtete der Sender ABC, wie der 2500-Einwohner-Minenort um seine Bankfiliale, die letzte Arztpraxis und die einzige Tankstelle des Ortes kämpft, die alle keinen Gewinn mehr abwerfen.

Die Perspektive des Bergbauorts, der in den 1960er und 1970er Jahren dank damals entdeckter Nickelminen geboomt hatte, sah alles andere als rosig aus, weil die Minen eine nach der anderen dichtmachten. Auch die Beta Hunt-Mine, in der der massive Goldfund nun gemacht wurde, steht zum Verkauf. Auch sie war bisher in erster Linie eine Nickelmine – das Gold hatte eigentlich nur eine Nebenrolle gespielt.

Doch jetzt hat der Ort wieder eine Perspektive. Denn in nur vier Tagen ist dort Gold im Wert von mehr als 9,2 Millionen Euro gefunden worden. Der größte goldverkrustete Gesteinsbrocken, etwa 500 Meter unter der Oberfläche entdeckt, wiegt 95 Kilogramm und es brauchte drei Männer, um ihn zu stemmen. Er enthält geschätzt 2400 Unzen Gold und ist damit in etwa 2,6 Millionen Euro wert. Der 63-Kilo-Brocken enthält etwa 1600 Unzen und ist damitknapp 1,6 Millionen Euro wert.

Der Bergmann Henry Dole hatte das Gold entdeckt. Er hatte Löcher in eine Wand gebohrt, mit Sprengstoff gefüllt und den gezündet, als er an der Oberfläche war. Als er am nächsten Morgen zurückkehrte, sah Dole zunächst nichts Ungewöhnliches. „Alles war mit Staub bedeckt, doch als ich den Schmutz abspülte, war da plötzlich überall Gold, soweit man sehen konnte“, sagte er der ABC. „Ich wäre fast umgefallen, als ich es sah. Wir haben das Gold über Stunden aufgesammelt.“

Das meiste wird eingeschmolzen

Der Geologe Zaf Thanos bestätigte, dass der Fund einmalig sei. In den meisten Minen könne man Gold höchstens unter der Lupe sehen. „Aber etwas auf dieser Skala zu sehen, ist einfach phänomenal.“

Das kanadische Unternehmen RNC, dem die Mine gehört, hat inzwischen Sicherheitsleute engagiert, um die Mine zu bewachen und um das Gold sicher abzutransportieren. Ein großer Teil wird wohl eingeschmolzen und zu Goldbarren gegossen. Die beiden großen Brocken sollen an Sammler versteigert werden.

RNC will die Mine immer noch verkaufen, doch Dole hofft, dass sein Fund die Gemeinde wiederbeleben wird. Er habe die Stimmung aller wieder gehoben. Dole ist sicher: „Wenn wir tiefer gehen, glaube ich, dass wir noch mehr finden.“

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