Michelbach Rettungsschwimmerin ertrinkt bei Hochwasserübung

Mitarbeiter des DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft). Foto: Arno Burgi/Archiv
Mitarbeiter des DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft). Foto: Arno Burgi/Archiv © Foto: Arno Burgi
DPA 05.01.2018

Tödliches Drama bei einer Hochwasserübung: Eine 28 Jahre alte Rettungsschwimmerin ist in der Nähe von Schwäbisch Hall im Fluss Kocher ertrunken. Sie war am Donnerstagnachmittag mit vier anderen Mitgliedern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bei einer Hochwasserübung nahe Michelbach im Bereich Rosengarten in einem Rafting-Schlauchboot unterwegs.

„Bei einem Manöver kenterte das Boot und die Besatzungsmitglieder gingen über Bord“, teilte der DLRG-Landesverband Württemberg am Freitag mit. Die anderen Übungsteilnehmer vom Wasserrettungsdienst des Bezirks Schwäbisch Hall hätten es ans Ufer geschafft. Die 28-Jährige hingegen sei in eine Wasserwalze geraten - eine gefährliche Rückströmung mit starker Sogwirkung.

Dass eine Kameradin ihr Leben verloren habe, sei traurig und erschütternd für alle DLRG-Helfer, sagte Ursula Jung, die Vizepräsidentin des DLRG-Landesverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind alle sehr betroffen, unser ganzes Mitgefühl gilt den Angehörigen, aber wir sind auch in Gedanken bei unseren Einsatzkräften, die unmittelbar dabei waren.“

Die Rettungsübung auf dem Kocher sei an einer Stelle durchgeführt, die aufgrund zahlreicher vergleichbarer Fahrten sehr gut bekannt sei, erklärte der Verband. „Die Übung war sachgerecht vorbereitet und abgesichert; der Ausbildungsstand der Mannschaft und das Material entsprachen den hohen Standards der DLRG.“

DLRG, Feuerwehr und Polizei starteten nach dem Unfall eine Suchaktion. Am späten Donnerstagabend wurde dann die Leiche der verunglückten Retterin mehrere Kilometer stromabwärts an einem Stausee gefunden. Die vier anderen Insassen des Rafting-Schlauchboots wurden laut Polizei psychologisch betreut. Die konkrete Ursache für das Kentern des Bootes war zunächst nicht bekannt.

Ein Risiko sei bei realen Rettungseinsätzen sowie bei realistischen Übungen immer gegeben, erklärte Jung. Alle Einsatzkräfte würden deshalb eine gründliche Ausbildung erhalten, wobei der praktische Teil zunächst auf langsam fließenden Gewässern erfolge. „Aber um dann tatsächlich gewappnet zu sein, bedarf es auch eines Übens unter realistischen Bedingungen“, sagte Jung.

Polizeimitteilung

DLRG Württemberg