Stuttgart / DPA  Uhr

Bei einem Großeinsatz zur Bekämpfung der Drogenkriminalität sind im Südwesten sieben mutmaßliche Täter aus mehreren Ländern verhaftet worden. An Razzien in Stuttgart und Umgebung seien am Dienstag mehr als 700 Beamte beteiligt gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Dabei seien 38 Wohn-, Büro- und Gastronomieobjekte in der Landeshauptstadt sowie in den Kreisen Böblingen, Esslingen und Waiblingen durchsucht worden.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte, einige der Verdächtigen könnten dem Umfeld verbotener rockerähnlicher Gruppierungen zugerechnet werden. „Wir lassen es nicht zu, dass sich hier kriminelle Strukturen entwickeln. Dem treten wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats entgegen“, sagte Strobl laut einer Mitteilung seines Ministeriums.

Die sieben Verhafteten sind den Angaben zufolge zwischen 22 und 29 Jahre alt. Zwei weitere Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen. Den Razzien waren verdeckte Ermittlungen der Kripo in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung für Organisierte Kriminalität, wegen des Handels mit Kokain und Marihuana, Geldwäsche, Schutzgelderpressung und wegen Waffendelikten vorausgegangen. Sie richteten sich laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 21 Beschuldigte, die „großteils dem Umfeld der kurdisch dominierten Streetgangs zuzuordnen sind“.

Bei dem Großeinsatz seien eine größere Menge Kokain und Marihuana sowie zwei scharfe Schusswaffen und Pyrotechnik, größere Mengen an Bargeld, diverse hochwertige Armbanduhren und ein Koffer mit Gold beschlagnahmt worden.

Strobl erklärte, die Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg seien bereits in der Vergangenheit erfolgreich und konsequent gegen rockerähnliche Gruppierungen wie die „Osmanen Germania“ vorgegangen. Er verwies auf das bundesweite Vereinsverbot im vergangenen Jahr. Es sei auf Erkenntnisse aus Ermittlungen des Landeskriminalamts mit Unterstützung der Polizeipräsidien Stuttgart und Ludwigsburg zurückzuführen.

„Mit diesem Verbot konnte der von Gewalttätigkeiten gekennzeichnete Konflikt zwischen dem nationaltürkisch geprägten „Osmanen Germania Box Club“ und den vorwiegend kurdisch stämmigen Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten Gruppierung „Bahoz“ befriedet werden.“

Polizeimitteilung