Bei einer Razzia gegen die sizilianische Mafia sind in Deutschland und Italien mehrere Verdächtige gefasst worden. 100 Polizisten waren im Einsatz, drei Verdächtige seien in Köln und einer in Mannheim gefasst worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Rom. Die Polizei sprach von elf Haftbefehlen, die erlassen wurden. Die Aktion richtete sich gegen die Cosa Nostra. Den Verdächtigen wird unter anderem Drogenhandel zwischen Deutschland, Rom und Sizilien vorgeworfen. Die in Deutschland Gefassten sollen Mitglieder der „deutschen Zelle“ des „Clans Rinzivillo“ sein, die in Nordrhein-Westfalen aktiv sei.

Die Verdächtigen hatten laut Polizei auch Kontakte zu türkischen Mafiosi und zu Mitgliedern der kalabrischen 'Ndrangheta, darunter auch zu Antonio Strangio, der nach den Duisburger Mafiamorden festgenommen wurde.

Ein weiterer Verdächtiger wurde in Italien festgenommen, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Fünf andere, die bereits in U-Haft saßen oder im Hausarrest waren, bekamen einen neuen Haftbefehl. Ein elfter Verdächtiger wurde noch in Deutschland und Italien gesucht, sagte Polizeisprecher Giuseppe Florestano Di Noi.

Seit langem warnen Ermittler in Italien und Deutschland davor, dass Clans der 'Ndrangheta und auch der Cosa Nostra tatkräftig von Deutschland aus ihre Geschäfte betreiben. Erst Anfang Dezember gab es in Deutschland eine großangelegte Razzia, damals gegen die 'Ndrangheta. Vor einigen Tagen ging die Polizei im Ruhrgebiet zudem mit einer großangelegten Razzia gegen Clankriminalität vor.

Mitteilung der Polizei, Italienisch