Seit jeher ist die Zeit zwischen den Jahren von vielen Sagen und Mythen umrankt: Geister und Dämonen sollen dann ihr Unwesen treiben. Man nennt sie auch die Zeit der Rauhnächte. Vor langer Zeit wurde an den Tagen zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen ein eigenes Brauchtum gepflegt. Doch diese altertümlichen Bräuche sind keineswegs im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen. Vielerorts werden die traditionellen Rituale noch heut weitergeführt und gepflegt. Zudem regt die ruhige und besinnliche Zeit der Rauhnächte viele Menschen dazu an, eine spirituelle Bewusstseinsreise zu machen und mit dem alten Jahr abzuschließen.
Wir informieren euch, welche Bräuche und Rituale die Rauhnächte mit sich bringen, was diese Zeit so magisch macht und wann sie beginnt.

Datum und Beginn: Wann sind die Rauhnächte 2020?

Beginn der zwölf Rauhnächte ist meist der Weihnachtstag am 25. Dezember. Die Zeit der Geister dauert dann bis zum Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar an. In manchen Regionen unterscheiden sich die Zeiträume der Rauhnächte allerdings. So beginnen sie beispielsweise schon am Thomastag (21. Dezember) und enden an Neujahr (1. Januar).
Die vier wichtigsten Rauhnächte sind:
  • 20./21. Dezember: Thomasnacht/Wintersonnenwende, die Nacht auf den Thomastag (kürzester Tag des Jahres)
  • 24./25. Dezember: Heiliger Abend
  • 31. Dezember/1. Januar: Silvesternacht
  • 5./6. Januar: Dreikönigstag

12 Rauhnächte 2020/21: Bedeutung und Herkunft

Die Rauhnächte werden nach alter Tradition auch als die „zwölf heiligen Nächte“ bezeichnet. Den Ursprung haben sie in der vorchristlichen Zeit. Die Menschen glaubten damals, dass in den oft stürmischen und kalten Winternächten böse Mächte wirkten, die ihnen schaden wollten. Zur Mitte der Rauhnächte, an Silvester, sollte dann die sogenannte „Wilde Jagd“ beginnen. Es wurde sich erzählt, dass in dieser Zeit die Seelen der Toten und die Geister Zugang zur Welt der Lebenden haben.
Mancherorts galt die Zeit zwischen den Jahren als so gefährlich, dass besondere Regeln eingehalten werden mussten. Zum Beispiel war es verboten, Wäsche zu waschen und aufzuhängen. Die Menschen fürchteten, dass weiße Wäsche von wilden Reitern gestohlen und als Leichentücher verwendet werden könnten. Auch das Kartenspielen war in manchen Orten untersagt. Viele weitere Rituale und Bräuche haben sich sogar noch bis heute gehalten.

Rauhnächte: Rituale und Bräuche zwischen den Jahren

Viele Rauhnacht-Bräuche gehen bis in die Zeit der Germanen zurück. Einige Rituale wurden mündlich überliefert und werden noch heute gepflegt. Vor allem im Alpenraum wird bei sogenannten Perchtenläufen der frühere Brauch, Geister zu vertreiben, gepflegt.
Diese Gestalt wird im bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtum als Percht bezeichnet. Sie soll die bösen Geister des Winters verjagen
Diese Gestalt wird im bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtum als Percht bezeichnet. Sie soll die bösen Geister des Winters verjagen
© Foto: Pixabay
Auch der Brauch, an Silvester Lärm zu erzeugen, ist heute noch verbreitet. Zudem nutzen heutztutage einige auch die Rauhnächte als Zeit für Rituale, Ahnengedenken, Reinigungen, Weissagungen und Träume.
Der Legende nach steht jeder Tag der 12 Rauhnächte stellvertretend für einen Monat des Folgejahres und gibt Hinweise darauf, was geschehen wird. Daher sollte man diese Zeit bewusst erleben und aufschreiben, was an den Tagen passiert ist. Auch sind die Rauhnächte angeblich für das Befragen von Orakeln geeignet. Dieser Glaube wird heute in Form des Bleigießens weiter gepflegt.

Warum sind es ausgerechnet 12 Rauhnächte?

Das Rauhnächte sind zutiefst mystisch und von uraltem Aberglauben beherrscht. Entstanden ist der Brauch wohl daraus, dass das Mondjahr nur 354 Tage hat, das Kalenderjahr aber 365. Die übrigen elf Tage und zwölf Nächte fallen „aus der Zeit“, sodass Dämonen und Geister die Rauhnächte für sich nutzen können. Das Wort leitet sich von „rauch“ ab, was früher für pelzig oder behaart stand. Daher sind auch die Perchten mit dicken, zerzaisten Pelzen bedeckt.

Wünsche in den Rauhnächten: Anleitung, Beispiele, verbrennen

Für viele ist die Zeit der Rauhnächte magisch und mit besonderen Wünschen verbunden. Daher gibt es verschiedene Rituale, um diese für das neue Jahr festzulegen. Ein Beispiel sind etwa die 13 Wünsche der Rauhnächte.
Dazu schreibt ihr 13 Wünsche für das kommende Jahr auf einzelne Zettel. Wichtig ist dabei, diese Wünsche positiv, klar und in der Gegenwart zu formulieren (“Ich bin gesund“ und nicht „Ich will gesund sein“). Die Zettel werden zusammengefaltet und kommen alle in einen Behälter. Am Abend der ersten Rauhnacht nehmt ihr einen Zettel heraus, ohne ihn zu lesen, und verbrennt ihn. Dadurch übergebt ihr den Wunsch sozusagen ans Universum. Am Ende der Rauhnächte bleibt ein Zettel übrig – für diesen Wunsch bzw. dessen Erfüllung seid ihr selbst zuständig.

Rauhnächte 2020 Ritual: Anleitung zum Räuchern

In Anlehnung an den früheren Glauben, böse Geister müssen vertrieben und angesammelte, negative Energien aus dem Haus vertrieben werden, wird heute noch das Ausräuchern der Wohnung praktiziert. Heutzutage versucht man vielleicht nicht mehr unbedingt böse Geister zu vertreiben, sindern genießt die erleichternde und reinigende Wirkung des Ausräucherns.
Das benötigt ihr zum Räuchern:
  • Räucherschale
  • Räuchersand
  • Kohle
Zudem werden folgende Räucherkräuter verwendet:
  • Salbei – hat eine starke Reinigungskraft.
  • Kampfer – löscht alte Informationen im Haus.
  • Angelikawurzel – erhellt die Raumschwingung.Weihrauch – bringt Segen, erhöht die Energie.
  • Wacholder – vertreibt negative Einflüsse.
  • Myrrhe – desinfiziert, klärt, reinigt und schenkt Ruhe.
  • Thymian – reinigt und stärkt die Energie.
  • Styrax – gibt Wärme und Geborgenheit, öffnet für die Liebe.
So funktioniert das Ritual:
  • Geht jede Nacht mit einer Räucherschale durch alle Zimmer,blast den Rauch in alle Ecken und stellt euch vor, dass sich alles Negative der Vergangenheit in ihm auflöst und daraus Positives entsteht.
  • Formuliert eure Wünsche und Hoffnungen mit eigenen Worten. Widmet euch dabei in den ersten sechs Nächten dem alten und in den anderen sechs Nächten dem neuen Jahr.

Youtube Rauhnächte: Räuchern zwischen den Jahren

Die Rauhnächte als Buch: Das Geheimnis der Rauhnächte und Co.

Über die Magie der Rauhnächte gibt es auch allerhand interessante Bücher. Wer kurz vor Weihnachten noch ein Geschenk sucht oder sich selbst in das Thema der Rauhnächte einlesen möchte, für den haben wir einige Bücher im Überblick: