Unter den Beschuldigten sind nach Angaben der Staatsagentur Anadolu hochrangige Ex-Soldaten der Präsidentengarde. Sie sollen unter anderem das Gebäude des Staatssenders TRT in der Putschnacht besetzt und die Nachrichtensprecherin gezwungen haben, eine Erklärung der putschenden Soldaten vorzulesen. Der Prozess hatte im Oktober 2017 begonnen und zählt bisher knapp 250 Verhandlungstage.
Anschuldigungen sind nach Angaben von Anadolu unter anderem versuchte Aufhebung der verfassungsmäßigen Ordnung und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation.

Zehntausende Menschen verhaftet

Die Staatsanwaltschaft verlangt demnach für 90 Angeklagte lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen sowie lange Haftstrafen für weitere Beschuldigte. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Seit dem gescheiterten Umsturzversuch wurden in der Türkei Zehntausende Menschen verhaftet und mehr als 100 000 Staatsbedienstete entlassen. Allein rund 21 000 Mitarbeiter der türkischen Streitkräfte wurden nach offiziellen Angaben des Dienstes enthoben.