Freiburg Missbrauchsprozess: Gutachter warnt vor hohem Rückfallrisiko

Das Landgericht in Freiburg. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Das Landgericht in Freiburg. Foto: Patrick Seeger/Archiv © Foto: Patrick Seeger
Freiburg / DPA 09.07.2018

Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat der psychiatrische Gutachter dem Hauptangeklagten ein sehr hohes Rückfallrisiko attestiert. Der wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafte 39-Jährige sei geprägt von einem starken sexuellen Bedürfnis nach Kindern und einem aggressiven Sexualinteresse, sagte der Sachverständige Hartmut Pleines am Montag vor dem Landgericht Freiburg. Zudem neige er zum Rechtsbruch. Er habe sich von bisherigen Haftstrafen nicht beeindrucken lassen, Therapien seien wirkungslos geblieben. Er sei voll schuldfähig und „in der höchsten Kategorie der Rückfallwahrscheinlichkeit“ einzuordnen.

Der 39-Jährige ist in dem Prozess gemeinsam mit seiner 48 Jahre alten Lebensgefährtin angeklagt. Beide haben gestanden, den in Staufen lebenden und inzwischen zehn Jahre alten Sohn der Frau mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie das Kind sowie ein dreijähriges Mädchen auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung.

Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil will das Gericht am 20. Juli (13.30 Uhr) sprechen (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17).

Pressemitteilungen des Gerichts zu den Prozessen

Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zweite Pressemitteilung der Polizei vom 11.1.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel