Köln Prozess gegen zwei Männer wegen sexueller Nötigung in der Silvesternacht beginnt

DPA 07.07.2016
Sexuelle Nötigung in der Silvesternacht in Köln: Zum ersten Mal stehen zwei Männer wegen dieser Anklage vor Gericht. Die Beweislage ist schwierig.

Erstmals müssen sich zwei Männer (21 und 27) wegen des Verdachts vor Gericht verantworten, sie hätten in der Silvesternacht in Köln Frauen sexuell genötigt. Der Prozess gegen sie beginnt heute vor dem Kölner Amtsgericht. Angeklagt sind ein Algerier und ein Iraker.

Zwar hatte es in Köln bereits im Mai eine Anklage wegen eines Sexualdelikt aus der Nacht gegeben. Damals ging es aber um eine versuchte sexuelle Nötigung – und der Angeklagte wurde freigesprochen, weil ihn das Opfer in der Verhandlung nicht wiedererkannte.

Die zwei Männer, die von heute an vor Gericht stehen, sollen mit späteren Opfern zunächst Fotos gemacht haben. Dann wurden die beiden Frauen voneinander getrennt und von Männergruppen umringt. Einer Frau wurde dabei laut Anklage in den Schritt und an den Po gefasst. Ein Mann habe zudem die andere Frau geküsst und ihr Gesicht abgeleckt.

Mehr als 1100 Anzeigen sind wegen der Silvester-Ereignisse bei der Kölner Staatsanwaltschaft eingegangen, etwa 500 davon wegen Sexualstraftaten. Bislang gab es Urteile gegen 14 Angeklagte, von denen zehn noch nicht rechtskräftig sind. Diese Rechtssprüche ergingen unter anderem wegen Diebstahls – noch keiner wegen eines Sexualdelikts. Die Beweislage gilt als sehr schwierig.

Die allermeisten Sexualdelikte gegen Frauen werden nicht von Flüchtlingen oder Migranten begangen, sagte der Leiter der Kripo Braunschweig, Ulf Küch. Die Täter hätten meistens die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht dürften nicht verallgemeinert werden.