Tübingen Prozessauftakt gegen „falschen Polizisten“

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv
Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv © Foto: Volker Hartmann
Tübingen / DPA 08.11.2018

Am Landgericht Tübingen hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 31 Jahre alten Mann begonnen, der arglose Senioren als falscher Polizist um insgesamt mehr als 113 000 Euro betrogen haben soll. Seine Verteidiger streben eine Absprache der beteiligten Parteien, einen sogenannten Deal, an, der sich strafmildernd auswirken soll. Voraussetzung dafür wäre nach Auffassung des Gerichts, dass der Beschuldigte die Tatvorwürfe einräumt. Ob es zu einer Einigung kommt, will die Kammer am Freitag bekanntgeben.

Laut Anklage soll der Beschuldigte als Kopf einer Bande agiert, alte Menschen angerufen und sich als Polizist ausgegeben haben. Den Betroffenen soll er weisgemacht haben, dass ihr Geld von Einbrecherbanden in ihrer Gegend bedroht sei und sie es der Polizei zur Verwahrung übergeben sollen. Seine Komplizen, darunter ein Bruder des Angeklagten, sollen als vermeintliche Polizeibeamte Barbeträge und Schmuck von den Senioren abgeholt haben. Das Gericht verurteilte sie im Januar zu teils zu bis zu fünfjährigen Haftstrafen.

Der Angeklagte wurde in Marokko festgenommen und saß dort bereits sieben Monate in Untersuchungshaft. Staatsanwalt Nikolaus Wegele stellte in Aussicht, einer Absprache zuzustimmen. So ließe sich vermeiden, die Geschädigten vor Gericht zu befragen. Dies bedeute eine erhebliche Belastung für die Senioren.

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